AK-Präsidentin Anderl ruft SPÖ zu Geschlossenheit auf

08.08.2026 • 13:35 Uhr
AK-Präsidentin Anderl ruft SPÖ zu Geschlossenheit auf

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl hat ihre Partei am Samstag in der Sendung “Im Journal zu Gast” auf Ö1 zu Geschlossenheit aufgerufen. “Das fehlt mir derzeit bei der Sozialdemokratie”, sagte sie u.a. in Richtung von Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, der Bundesparteichef Andreas Babler zuletzt indirekt den Rücktritt nahegelegt hat. Die SPÖ müsse auch besser transportieren, wofür sie steht und was davon in der Bundesregierung umgesetzt wird.

“Er hat recht, es ist Feuer am Dach”, sah Anderl wie Doskozil angesichts schlechter Umfragewerte und Wahlergebnisse Handlungsbedarf. “Aber ich möchte hier anmerken: Es liegt nicht immer an einer Person.” Diskussionen – “ob es um den Parteivorsitzenden geht, ob es um andere Themen geht” – sollten in den Gremien geführt werden. Danach müsse die Partei “mit einer Sprache nach außen gehen, damit die Menschen auch uns wieder vertrauen”. Das fehle derzeit.

Kindererziehung ist “Hundsarbeit”

Gleichzeitig müsse die SPÖ auch dann in die Offensive gehen, wenn sie sich mit ihren Forderungen nicht durchsetzen kann, wie zuletzt bei den Maßnahmen gegen das “Zwischenparken” von Arbeitnehmern beim AMS. “Verhindern tut es nicht die Sozialdemokratie, verhindern tun es die anderen Parteien”, betonte die Gewerkschafterin. Dabei sei nicht nur die Parteispitze gefragt, sondern alle neun Bundesländer.

Empört zeigte sich auch Anderl über den jüngsten Sager von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), wonach Kinderbetreuung keine unbezahlte Arbeit sei. “Es ist die Hundsarbeit, die immer noch die Frauen erledigen – unbezahlt”, betonte die AK-Chefin. Stocker hatte sich nach breiter Kritik bereits am gestrigen Freitag für seine Aussage entschuldigt. Kinderbetreuung sei Arbeit und gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisteten damit Großartiges. Anderl will nach der Entschuldigung allerdings auch Taten sehen, etwa indem bei Teilzeit und Vollzeit Überstunden gleichgestellt werden.