Alexander Zverev zog souverän ins US-Open-Viertelfinale ein
Alexander Zverev hat bei den US Open am Montag souverän das Viertelfinale erreicht und sich erstmals durchgehend in Titelform präsentiert. Der French-Open-Sieger hatte gegen den Italiener Luciano Darderi beim 6:2,6:2,7:6(7:3) nur im dritten Satz Mühe. Bemerkenswert aus rot-weiß-roter Sicht: Der erst 21-jährige Alexander Blockx, kommende Woche in Wien beim Davis Cup gegen Österreich zu sehen, qualifizierte sich als erster Belgier für ein Viertelfinale in Flushing Meadows.
Blockx besiegte den als Nummer 24 gesetzten Argentinier Francisco Cerundolo 6:3,4:6,7:5,7:5, klagte allerdings während des Spiels über Rippenprobleme, die ihn fast zum Aufgeben gebracht hätten. “Ab dem zweiten Spiel habe ich einen heftig stechenden Schmerz in der Rippengegend gespürt”, sagte Blockx nach dem 3:15-Stunden-Match. Er habe sich irgendwie über Wasser gehalten und ein “Wundermittel” eines Arztes habe ihn im Spiel gehalten. Nächster Gegner nach dem Sieg über den Erstrundenbezwinger von Filip Misolic ist nun der Russe Karen Chatschanow. Und der Sieger dieser Partie wird wohl im Halbfinale auf den topgesetzten Zverev treffen.
Der Deutsche scheint auf dem Weg ins Finale nun leichtes Spiel zu haben, zumal er sich gegen Darderi in guter Form zeigte. Es könnte sein erstes US-Open-Endspiel nach 2020 werden, als er gegen Dominic Thiem nach 2:0-Satzführung noch verloren hatte.
Großer Name erst im Finale
Zverevs nächster Gegner Botic van de Zandschulp hat es umgekehrt gemacht: Er holte gegen den Franzosen Arthur Gea ein 0:2 in Sätzen auf und drehte das Match nach 5:13 Stunden zum 3:6,6:7(0),7:6(7),7:6(3),6:4-Sieg. Im Tiebreak des dritten Sets wehrte er gar einen Matchball ab. Es war die viertlängste Partie bei den US Open seit 1991. Er wird alles andere als frisch gegen Zverev einlaufen. Erst am Sonntag könnte Zverev im “Traumfinale” auf den großartig aus seiner Verletzungspause zurückgekehrten Spanier Carlos Alcaraz treffen.
Zverev setzt seine starke Saison fort: Halbfinale bei den Australian Open, erster Titel bei den French Open, Endspielniederlage in Wimbledon, nun das Viertelfinale. Insgesamt feierte er seinen 22. Sieg der Saison bei einem Grand-Slam-Turnier und stellte damit den deutschen Rekord von Boris Becker im Jahr 1989 ein. Erstmals überhaupt in seiner Karriere hat Zverev in allen vier Majors desselben Jahres die Runde der besten acht erreicht. Und dies 2026 als einziger Spieler, auch wegen der Verletzungen von Jannik Sinner und Alcaraz. “Im Vergleich zu den ersten beiden Matches hat sich mein Level gesteigert und das ist natürlich das Ziel, darüber bin ich glücklich”, sagte Zverev.
Gauff und Rybakina weiter, Swiatek out
Bei den Frauen sind neben Mirra Andrejewa, die ja die im Finish angeschlagene Anastasia Potapova in drei Sets bezwungen hatte, auch US-Star Coco Gauff, die als Nummer zwei gesetzte Jelena Rybakina und überraschend Zheng Qinwen ins Viertelfinale eingezogen. Gauff hatte im Duell mit US-Jungstar Iva Jovic beim 6:1,6:4 wenig Mühe und trifft nun auf Andrejewa. Gauff lobte das erst 18-jährige Talent in höchsten Tönen. “Iva ist ein unglaubliches Talent.” Selbst ist sie nach Jessica Pegula, Emma Navarro, Frances Tiafoe, Alex Michelsen und Ben Shelton der sechste US-Viertelfinalbeitrag.
Rybakina hat ihren Lauf zum erhofften dritten Majortitel mit dem gleichen Ergebnis über Naomi Osaka geschafft, wobei die Japanerin von einer Achillessehnen-Verletzung beeinträchtigt war. Die Kasachin trifft jetzt auf die chinesische Qualifikantin Zheng Qinwen, die die als Nummer 8 gereihte Polin Iga Swiatek 7:5,6:3 überraschte. Die Asiatin hatte schon in Runde drei gegen Madison Keys (USA) für Furore gesorgt, weil sie ein 0:5 im dritten Satz drehte. Zheng ist Olympiasiegerin, war aber von einer Ellbogenverletzung zurückgeworfen worden. Bemerkenswert: Die Top 6 der Frauen stehen erstmals seit 28 Jahren bei den US Open im Viertelfinale.