Aluminiumkonzern AMAG erlitt 2025 Gewinneinbruch


Die AMAG Austria Metall AG hat im Vorjahr um rund ein Fünftel weniger Gewinn erzielt, der Umsatz stieg dagegen leicht an. Unterm Strich stand ein Ergebnis nach Steuern von 34 Mio. Euro – um 21,3 Prozent weniger als im Jahr davor, wie der Aluminiumkonzern am Freitag bekanntgab. Der stark von der US-Handelspolitik beeinflusste Wettbewerb habe für Margenrückgänge gesorgt, strategische Flexibilität und Maßnahmen zur Stabilisierung federten die Auswirkungen etwas ab.
Das abgelaufene Jahr habe jedenfalls “ein sehr schwieriges Umfeld” geboten – es habe sich von Quartal zu Quartal verändert, berichtete Vorstands- und Technikchef Helmut Kaufmann am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien. “Im zweiten Quartal ist Trump eingefallen, 50 Prozent auf Stahl und Aluminium einzuheben.” Die AMAG habe rasch Stabilisierungsmaßnahmen gesetzt. “Wir haben Ausgaben und Investitionen auf ein Minimum reduziert.”
Neue Unsicherheit rund um US-Zölle
Seit einer Woche gibt es weitere Unsicherheiten rund um die US-Zölle, nachdem der Supreme Court (Oberste Gerichtshof) vor einer Woche, die Trump-Zölle kippte, die auf Basis des Notstandsgesetzes verhängt wurden. Trump drohte umgehend mit neuen Zöllen auf einer anderen rechtlichen Basis. “Das Alte hat sich eingespielt, jetzt seit einer Woche gibt es wieder neue Unsicherheit”, so Kaufmann. “Das wird jetzt von unserer Fachabteilung und Experten evaluiert.” Für Stahl und Aluminium gilt – davon unabhängig – weiterhin der Zoll von 50 Prozent.
Im abgelaufenen Jahr habe es sich angesichts der US-Zollpolitik für den Konzern als vorteilhafter erwiesen Europa verstärkt zu beliefern. “2025 wurden nur noch 60 Prozent – statt 100 Prozent – nach Nordamerika geliefert und 40 Prozent nach Europa”, berichtete Kaufmann. “Die deutsche Autoindustrie hatte Probleme nach Nordamerika zu liefern, das hatte Auswirkungen auf unser Segment Gießen”, räumte er ein.
Das Segment Walzen hingegen habe seine Spezialprodukte “weiterhin stabil nach Nordamerika geliefert”. Die stark gestiegenen US-Zölle hätten freilich Einfluss auf die Margen gehabt. “Aus besagten Gründen waren die Ergebnisse unter Druck.”
Kein Personalschnitt in Ranshofen
Der weltweite Personalstand der AMAG ging im abgelaufenen Jahr gegenüber 2024 von 2.237 um 2,3 Prozent auf 2.185 Vollzeitäquivalente zurück. In Ranshofen (Oberösterreich) beschäftigt der Konzern 1.850 Personen. Bei aller Kosteneffizienz habe es keine großen Personalmaßnahmen gegeben. Die AMAG habe dort eine jährliche Fluktuation von 6 bis 7 Prozent in Form von Pensionierungen etc., die man sich im abgelaufenen Jahr zunutze machte, indem bei Nachbesetzungen gespart wurde.
Im Innviertel droht den Angaben zufolge auch heuer kein Stellenabbau, im Gegenteil: “Wir werden, jedenfalls im Produktionsbereich, mit einem moderaten Personalwachstum rechnen”, stellte Kaufmann in Aussicht. “Es gibt positive Signale im Segment Walzen – das ist sehr wichtig für den Standort Ranshofen.”
2025 stiegen die Umsatzerlöse um 2,1 Prozent auf 1,48 Mrd. Euro. Der gestiegene Aluminiumpreis konnte einer geringeren Absatzmenge entgegenwirken. Mit 417.600 Tonnen lag der Absatz um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 23,5 Prozent auf 137 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um 26,2 Prozent auf 56,9 Mio. Euro und das Ergebnis je Aktie (EPS) ging von 1,23 auf 0,96 Euro zurück. “Ein insgesamt zunehmender Wettbewerbsdruck, Auswirkungen infolge der US-Zölle sowie anhaltend hohe Energie- und Personalkosten am Standort Ranshofen” hätten den Margendruck erhöht, so das Unternehmen.
Positive Signale für 2026
Gleichzeitig sei es aber gelungen, die Eigenkapitalquote per Jahresende von 42,3 auf 43,2 Prozent zu verbessern und die Nettoverschuldung um 16 Prozent auf 321 Mio. Euro zu senken, betonte Finanzvorständin Claudia Trampitsch. “Das ist ein gutes Zeichen”, vermerkte Kaufmann. Absolut ging das Eigenkapital von 741 auf 717 Mio. Euro zurück (minus 3,2 Prozent).
Doch auch für das heurige Jahr rechnet die AMAG mit einem volatilen Umfeld mit handelspolitischen Unsicherheiten – vor allem aufgrund der Aluminiumzölle in den USA. Aktuell sei noch keine Prognose für das 2026 zu erwartende Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) möglich. “Was ich aber schon sagen möchte, ist: wir sehen positive Signale”, betonte Kaufmann. Allerdings werde für den Weltmarkt eine stärkere Nachfrage nach Primär- und Sekundäraluminium erwartet. “Für die nächsten fünf Jahre erwarten wir noch Wachstum der globalen Nachfrage nach Aluminium – das ist eine gute Nachricht für uns”, bekräftigte Vertriebsvorstand Victor Breguncci.
Seit dem dritten und vierten Quartal verbessere sich die Auftragslage. Auch im Automobilbereich soll sich der Absatz verstärken. Weiters habe man im vierten Quartal einen weiteren Anstieg der Aluminiumpreise gesehen. Als Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr will der Vorstand 0,75 Euro je Aktie vorschlagen – deutlich weniger als im Vorjahr (1,20 Euro).