ams-Osram mit weniger Umsatz und mehr Verlust

07.05.2026 • 12:17 Uhr
ams-Osram mit weniger Umsatz und mehr Verlust

Der steirisch-deutsche Chip- und Sensorenhersteller ams-Osram hat im ersten Quartal 2026 um drei Prozent weniger Umsatz und einen bereinigten Verlust von 72 Mio. Euro gemacht. Die Rahmenbedingungen – geopolitische Krisen, steigende Edelmetallpreise und ein schwacher Dollar – hätten es dem Konzern “nicht leicht gemacht”, in dem schwierigen Umfeld sei das dennoch “ein solides Ergebnis” gewesen, sagte Konzernchef Aldo Kamper am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Der Umsatz sei am oberen Ende der Prognose ausgefallen. Zudem werde das Sparprogramm “Simplify” vorangetrieben und habe bereits erste Erfolge erzielt, so Kamper. Auch der Schuldenabbau gehe voran. Zudem gab ams-Osram am Donnerstag eine Entwicklungsvereinbarung mit einem Infrastrukturpartner der “AI-Photonics” bekannt. Damit tritt das Unternehmen in den Markt für AI-Datenzentren ein. Die Aktionärinnen und Aktionäre dürften mit den Nachrichten jedenfalls zufrieden sein: An der Börse in Zürich zogen die Papiere gegen Mittag um 37,30 Prozent auf 17,30 Schweizer Franken an.

Der Iran-Krieg hatte indessen gemischte Auswirkungen auf das Unternehmen. Einerseits habe der hohe Goldpreis belastet, da ams-Osram das Edelmetall für viele Produkte benötige, so Kamper. Andererseits würden Kunden, die ihre Vorräte zunächst optimiert hätten, ihre Lager nun wieder auffüllen und damit kurzfristige Aufträge bringen. Insofern gebe es auch positive Auswirkungen auf den Umsatz. Beim Einsatz von Helium, für dessen Lieferungen die Straße von Hormuz große Bedeutung hat, sei ams-Osram nicht vom Iran-Krieg betroffen, da das Unternehmen seine Quellen nicht in der Golfregion habe.

Verlust stark gestiegen

Im ersten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 796 Mio. Euro, das waren um drei Prozent weniger als in der Vergleichsperiode im Vorjahr, wie der börsennotierte Konzern bereits am Mittwochabend mitteilte. Den Rückgang führte das Unternehmen auf einen schwächeren US-Dollar, das Auslaufen von Nicht-Kernaktivitäten im Halbleiterbereich sowie den Verkauf des Speziallampengeschäfts zurück.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) sank um drei Prozent auf 131 Mio. Euro, während die entsprechende Marge mit 16,5 Prozent ganz leicht über dem Vorjahreswert lag. ams-Osram hatte einen Wert von “15 Prozent plus minus 1,5 Prozentpunkte” in Aussicht gestellt. Unter dem Strich stand ein bereinigter Verlust von 72 Mio. Euro, nach einem Fehlbetrag von 23 Mio. im Vorjahreszeitraum.

Erwartungen für Gesamtjahr 2026 unverändert

Die Nettoverschuldung blieb zum Quartalsende mit 1,071 Mrd. Euro weitgehend stabil. Gleichzeitig war die Cash-Generierung positiv: Der Free Cashflow betrug laut ams-Osram im ersten Quartal 37 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor waren 28 Millionen abgeflossen.

Für das laufende zweite Quartal stellt das Management einen Umsatz zwischen 725 und 825 Mio. Euro in Aussicht. Die Erwartungen für das gesamte Jahr 2026 blieben unverändert, hieß es. Demnach soll der Umsatz wegen der Desinvestitionen und eines schwächeren US-Dollars moderat zurückgehen.