Angespannte Nacht in Nordafrika-Exklave Melilla

01.08.2026 • 09:45 Uhr
Angespannte Nacht in Nordafrika-Exklave Melilla

Nach versuchten Grenzübertritten hat die Polizei in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla die ganze Nacht die Grenze zu Marokko abgesichert. Auf Bildern des staatlichen Fernsehens RTVE war zu sehen, wie zahlreiche Streifenwagen der Guardia Civil mit Blaulicht den Grenzverlauf entlangfahren. Unbekannt blieb, wie viele Menschen versuchten, den Grenzzaun zu überqueren oder gar in die Stadt gelangten. Ein Reporter von RTVE sprach von “mehreren Versuchen”. 

Am späten Freitagabend hatten rund 500 Menschen in mindestens zwei Schüben versucht, sich von Marokko aus Zutritt zu der Exklave zu verschaffen, wie Medien berichteten. Mehrere Menschen warfen demnach Steine auf die Beamten, während die Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt hätten. Es blieb unklar, ob einige der Migranten nach Melilla gelangt waren. Der Grenzübergang Beni Enzar ist seit Donnerstagabend geschlossen.

Lage in Ceuta hat sich nach Ansturm entspannt

In Ceuta, der anderen spanischen Nordafrika-Exklave, hat sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt. Dort waren bis Freitagvormittag etwa 50.000 Menschen irregulär aus Marokko angekommen, viele schwammen an der Küste entlang. Die meisten von ihnen verließen das spanische Staatsgebiet Behörden zufolge mittlerweile wieder Richtung Marokko. Eine nicht bekannte Zahl hält sich dort weiter auf. RTVE zeigte Bilder, wie Menschen in der Nacht zum Samstag in den Straßen laufen und unter anderem Schlafplätze suchen. Die dortigen Aufnahmestellen seien überlaufen, hieß es. 

Kickl: Katastrophenjahr 2015 darf sich nicht wiederholen

FPÖ-Chef Herbert Kickl forderte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und die Bundesregierung dazu auf, sofort einen Asylstopp zu verhängen und die Bevölkerung mit einer “Festung Österreich” zu schützen. “Die spanische EU-Außengrenze wird von illegalen Einwanderern überrannt. Es herrschen Chaos und Kontrollverlust, die an das Katastrophenjahr 2015 erinnern. 2015 darf sich aber keinesfalls wiederholen”, sagte Kickl am Samstag laut Aussendung. Die Bundesregierung dürfe nicht abwarten, “bis die neuen Völkerwanderer an unserer österreichischen Grenze stehen”.

Die an der Küste Nordafrikas gelegenen Städte Ceuta und Melilla stehen seit Jahrhunderten unter spanischer Kontrolle. In den vergangenen Tagen waren fast 50.000 Migranten irregulär nach Ceuta an der Meerenge von Gibraltar gelangt, wie der staatliche Rundfunksender Radio Nacional unter Berufung auf die Regierung berichtete. Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sprach sogar von 60.000.