Antonelli und Hamilton im Generationenduell in Spielberg

25.06.2026 • 17:37 Uhr
Antonelli und Hamilton im Generationenduell in Spielberg

Beim Formel-1-Gastspiel in Spielberg wird es am Wochenende wohl nicht nur wegen der hohen Temperaturen heiß zugehen. Der Große Preis von Österreich verspricht am Sonntag (15.00 Uhr/live ServusTV, Sky) wegen der vielen Überholmöglichkeiten reichlich Spannung, auf dem Red-Bull-Ring wartet zudem wieder ein Generationenduell. Mercedes-Teenager Kimi Antonelli (19) will seine WM-Führung untermauern, Lewis Hamilton (41) mit dem Rückwind seines Ferrari-Premierensieges nachlegen.

Während Antonelli vor zwei Wochen in Barcelona wegen eines technischen Defekts keine Punkte holte, gelang Rekordweltmeister Hamilton der langersehnte Befreiungsschlag nach 686 Tagen ohne Grand-Prix-Sieg. In der Steiermark könnte es wieder zum Duell zwischen den “Silberpfeilen” und der Scuderia kommen, zumal beide Rennställe mit Upgrades ins Murtal reisen. Ferrari will mit einem besseren Motor auf die bisher dominierenden Mercedes-Stars Antonelli und George Russell aufschließen, Mercedes mit Verbesserungen der Leistung sowie Zuverlässigkeit dagegenhalten. Diese sei bisher die Achillesferse gewesen, betonte Teamchef Toto Wolff.

Mercedes will sich gegen aufholende Konkurrenz wehren

“Barcelona diente als Maßstab für unsere aktuelle Leistungsfähigkeit und bot uns nach den ersten sechs gewonnenen Rennen einen Realitätscheck”, sagte der Wiener. Die Konkurrenz habe schnell aufgeholt, darauf müsse man nun reagieren. “Ferrari ist seit dem Saisonstart unser größter Gegner. Lewis ist in großartiger Form, es wird kein Spaziergang”, sagte Antonelli bei einer Medienrunde am Donnerstag. “Es wird ein Kampf. Ich würde aber auch die anderen nicht abschreiben.”

In der WM-Gesamtwertung führt der fünffache Saisonsieger noch 41 Punkte vor Siebenfach-Champion Hamilton, Russell liegt als Dritter 50 Zähler hinter dem Spitzenreiter. “Mercedes wird wieder relativ schnell zeigen, wer der Herr im Haus ist”, prognostizierte Gerhard Berger, Österreichs letzter Grand-Prix-Sieger, im APA-Gespräch. McLaren-Pilot Oscar Piastri sah es ähnlich: “Mercedes ist noch immer der Gradmesser.”

Hamilton liebt seinen Ferrari

Hamilton will jedenfalls die positive Energie der vergangenen Tage in das Österreich-Wochenende fließen lassen. “Ich liebe es, dieses Auto zu fahren. Endlich”, sagte der Brite. Über das WM-Rennen denke er überhaupt nicht nach, versicherte der Routinier, er wolle nur von Rennen zu Rennen alles optimal hinbekommen.

Dass in den 71 Runden in Spielberg aber viel passieren kann, zeigen die vergangenen Jahre. Zuletzt gab es im Murtal vier unterschiedliche Sieger (Charles Leclerc, Max Verstappen, Russell, Lando Norris) aus vier unterschiedlichen Teams (Ferrari, Red Bull, Mercedes, McLaren). Auch Unfälle waren keine Seltenheit: Im Vorjahr wurde Spielberg-Rekordsieger Verstappen (5) von Antonelli abgeschossen, vor zwei Jahren gerieten Verstappen und Norris folgenschwer aneinander. Heuer könnten die Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius für Fahrer wie Boliden eine zusätzliche Herausforderung werden.

Verstappen hofft auf Upgrade-Paket

Neben Mercedes und Ferrari wollen auch McLaren nach dem Doppelsieg im Vorjahr durch Norris und Piastri sowie Red Bull Racing ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Verstappen kann beim Heimrennen der Bullen wieder auf die lautstarke Unterstützung der “Orange Army” auf den Tribünen zählen. In den ersten sieben Saisonrennen fuhr der WM-Siebente aber erst einmal aufs Podest, mit einem großen Upgrade-Paket will der Austro-Rennstall den Rückstand zur Konkurrenz wieder schließen. “Es wird spannend zu sehen, was uns das an Rundenzeit bringen kann”, sagte der 28-jährige Niederländer.

Da die Temperaturen am Sonntag die Grenze von 31 Grad Celsius überschreiten sollen, stufte der Automobil-Weltverband FIA am Donnerstag den Grand Prix erstmals in dieser Saison offiziell als Hitzerennen ein. Die Fahrer haben durch die 2025 eingeführte Regelung nun die Möglichkeit, Shirts mit einem speziellen Kühlsystem unter dem Rennanzug zu tragen. Sollte ein Pilot freiwillig darauf verzichten, müssen 0,5 kg Ballast zusätzlich im Cockpit mitgeführt werden, um keinen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Auch für die Fans – es werden am Wochenende wieder um die 300.000 Besucher erwartet – wird die Hitze ein stetiger Begleiter sein. Der Red-Bull-Ring stellt kostenlose Wasserspender und Sonnencreme zur Verfügung, zudem sind Flaschen (kein Glas) bis maximal 1,5 Liter am Gelände erlaubt.