Ars Electronica Festival: Kunststudierende stellen aus

08.09.2026 • 16:08 Uhr
Ars Electronica Festival: Kunststudierende stellen aus

Was bedeutet Menschsein in Krisenzeiten und wer bestimmt darüber? Es stehe eine Zukunft bevor, aber: “Zu welchem Preis?” Mutige Fragen wie diese stellen sich die Studierenden der Kunstuniversität Linz, die mehr als 200 Beiträge bei der diesjährigen Campus-Ausstellung im Rahmen des Ars Electronica Festival 2026 ab Mittwoch präsentieren.

An verschiedenen Standorten zeigt der Kunstuni Campus 2026 als langjähriger Fixpunkt des Festivals vor allem ganz neue Arbeiten der eigenen Studierenden sowie jener von internationalen Partnerhochschulen. Das zentrale Thema “Future Begins – Negotiating Humanity” werde hier auf besondere Art verhandelt und präsentiert. “Unsere Ausstellung ist nicht perfekt, wir sind keine professionelle Galerie”, sagte Co-Kuratorin Manuela Naveau bei einem Presserundgang am Dienstag, “dafür nutzen wir das Unigelände mit seinen Gängen, Hörsälen und Höfen, was einen besonderen Spirit ausmacht”.

Experimentelle Studenten-Medienkunst an mehreren Standorten

Zum Thema der Zukunft, mit der sich die Studierenden auseinandergesetzt haben, seien vor allem das Miteinander und die Courage bei allen Beteiligten wesentlich, sage Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter.

Die Ausstellungen reichen von den Brückenkopfgebäuden Hauptplatz 6 und Hauptplatz 8 mit den Partneruniversitäten über die Projekte der Studienrichtung Interface Cultures mit dem Titel “Codes [] Rituals” in der Domgasse 1 bis hin zum zentralen Projekt “Flood the Zone with Courage”, das als Containerdorf direkt auf dem Linzer Hauptplatz platziert wurde. Weitere 15 internationale Universitäten präsentieren sich am Festivalstandort des MED-Campus.

Gezeigt werde im Rahmen des Kunstuni Campus experimentelle Medienkunst, die in weiten Teilen aus neuen, in den letzten Monaten entstandenen Arbeiten bestehe. Die Mensch-Maschine-Beziehung spielt oft eine Rolle oder wie sich Daten für Kunstprojekte nutzen lassen. Im Projekt “Sympoiesis” von Olesia Kvitka (UA), Valeriia Rymska-Dolhikh (UA), Maryana Steshenko (UA), Will Lopes (BR) werden EEG-Signale direkt in einen MIDI-Soundprozessor gestreamt und damit Tonspuren generiert. Außerdem werden auch Pigmentdrucke oder künstliche Cyanotypien erzeugt. Mit dieser Schnittstelle solle aus jeder Session ein “performatives Archiv” entstehen.

Kann die Maschine alle Lügen entlarven?

In dem Spiel “Two Truths and a Lie” soll der Mensch die Künstliche Intelligenz mit einer Unwahrheit über sich überlisten. Das Studenten-Team geht von der Annahme aus, dass die “Fähigkeit der Lüge eine der letzten Freiheiten in digitalen Zeiten darstellt”. Je öfter man die Maschine noch täuschen könne, sei dies in dem Spiel als Erfolg zu werten.

Mit dem Projekt “Flood the Zone with Courage” direkt auf dem Hauptplatz will man Konflikte nicht verschweigen, sondern in unterschiedlichen Performances und Workshops offensiv verhandeln und Mut zur Einmischung fördern. Auch neue Formen des Protests würden präsentiert werden, Kooperationspartner sind hier unter anderem Attac Österreich und die IG Demokratie.