Arzt nach Tod von Krebspatientin vor Welser Gericht
22.07.2026 • 21:30 Uhr

Ein Allgemeinmediziner muss sich am Donnerstag wegen grob fahrlässiger Tötung vor dem Landesgericht Wels verantworten. Er soll einer 44-jährigen Krebspatientin mehrere nicht evidenzbasierte Wirkstoffe empfohlen sowie zwei Medikamente im Off-Label-Use verschrieben haben, was laut Staatsanwaltschaft zu einem Multiorganversagen führte. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 63-Jährigen bis zu drei Jahre Haft.
Die Frau war bereits in einer Chemotherapie und hatte deutlich erhöhte Leberwerte. Der Arzt soll ihr zusätzliche Wirkstoffe und Medikamente verschrieben haben, ohne sie darüber aufzuklären und ohne den behandelnden Onkologen einzubinden. Die Patientin starb wenig später.