Auch heuer schließen Kleinschulen

25.08.2026 • 05:00 Uhr
Auch heuer schließen Kleinschulen

Auch im Schuljahr 2026/27 schließen wieder einige kleine Schulstandorte in Österreich. Konkret werden je drei Standorte in Oberösterreich und in der Steiermark aufgelassen bzw. mit anderen Einrichtungen zusammengelegt, zeigt ein Rundruf der APA in den Bildungsdirektionen. In Salzburg wird ein Standort zunächst einmal für das kommende Schuljahr stillgelegt.

Konkret von einer Schließung bzw. Zusammenlegung betroffen sind in der Steiermark die Mittelschule Weiz I sowie die Volksschulen Modriach und Bärnbach-Afling. In allen drei Fällen haben die jeweiligen Gemeinden den Antrag dazu gestellt. In Oberösterreich wollte man die drei geschlossenen Schulen nicht konkret benennen – sie liegen aber alle im Innviertel und wurden zuletzt von insgesamt 124 Schülerinnen und Schülern besucht. Für das kommende Schuljahr stillgelegt wird in Salzburg die Polytechnische Schule in Neumarkt (Salzburg). Im Jahr darauf könnte sie wieder aktiviert werden.

Keine Definition für Kleinschulen

Eine genaue Definition, was Klein- oder Kleinstschulen sind, gibt es nicht. Jedes Bundesland legt für sich selbst fest, wann eine Schule in diese Kategorien fällt. Einige machen dies davon abhängig, wie viele Klassen eine Schule führt. Andere nehmen dafür eine Höchstzahl an Schülerinnen und Schülern – wobei auch diese wiederum je nach Land unterschiedlich ist.

Die Statistik Austria weist zwar keine Kategorie für Klein- oder Kleinstschulen aus, fasst Schulen aber je nach Schüleranzahl in einer Auswertung zusammen. So gab es 2024/25 in Österreich 45 Standorte mit bis zu zehn Schülerinnen und Schülern. In 308 Schulen gingen elf bis 25 Kinder, in 769 26 bis 50 Schülerinnen und Schüler.

Mehr Schulcluster

In einigen Ländern zugenommen hat die Zahl der Schulcluster. Mit diesem Instrument sollen durch die bessere Nutzung von Ressourcen unter anderem Schließungen von Schulen hintangehalten werden. Die Idee von Schulclustern ist etwa, dass Lehrer bei Bedarf auch an anderen Schulen des Clusters unterrichten. Gleichzeitig übernehmen Clusterleitungen einen Großteil der Verwaltung. An den einzelnen Schulen gibt es dann statt Direktoren und Direktorinnen nur mehr Bereichsleitungen, die dafür mehr unterrichten.

In der Steiermark werden etwa die beiden Volksschulen Leoben-Fröbel I und II zu einem Pflichtschulcluster Leoben-Fröbelgasse und die Volksschule Knittelfeld-Lindenallee sowie die Sonderschule Knittelfeld zum Pflichtschulcluster Knittelfeld-Lindenallee. Damit gibt es in der Steiermark nun 26 statt 24 Cluster. Im Burgenland entsteht mit der Volksschule und der Mittelschule in Stoob der mittlerweile zehnte Schulcluster. In Kärnten ist mit der “Bildungsregion Lurnfeld” ein siebenter Cluster geplant, der aus der Mittelschule Lurnfeld, der Volksschule Lind im Drautal, der Volksschule Lurnfeld und der Volksschule Sachsenburg bestehen soll – eine finale Entscheidung ist hier aber noch ausständig. In Niederösterreich soll im Lauf des Schuljahrs ein zweiter Schulcluster in Großweikersdorf entstehen.

Keine zusätzlichen Schulcluster im neuen Schuljahr gibt es in Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich. In Tirol wird allerdings einer der bestehenden fünf Einrichtungen erweitert: In den Cluster in Kufstein, der bisher aus den beiden Mittelschulen besteht, wird die am selben Campus gelegene Polytechnische Schule integriert. In Vorarlberg bleibt es bei drei Schulclustern, in Oberösterreich bei 20 und in Salzburg bei einem. In Salzburg werden allerdings die beiden direkt nebeneinander liegenden HAKs I und II zur HAK Salzburg zusammengelegt.