Aufregung rund um Bergführer am Großglockner

28.08.2026 • 15:05 Uhr

Für Aufregung sorgt ein Video rund um einen Streit zwischen einem Bergführer und polnischen Alpinisten am Mürztalersteig am Großglockner in Osttirol. Dieses war zunächst bei Instagram viral gegangen und zeigt einen Vorfall der sich vergangenes Wochenende auf fast 3.000 Metern abgespielt haben soll. Die Polizei Matrei in Osttirol nahm Ermittlungen auf, der Kalser Bergführerverein stellte die Zusammenarbeit ein, berichtete der ORF.

Das Video, das von einem der Alpinisten gefilmt und über soziale Medien verbreitet wurde, zeigt den Bergführer wie er mit seiner Seilschaft an einer engen und ausgesetzten Stelle vorbeiziehen möchte. Während des Überholmanövers entwickelt sich ein verbaler Streit mit dem Filmenden. Der Bergführer gestikuliert, schreit und schimpft – der Alpinist tut dasselbe und zeigt den Mittelfinger. Ein unfreundliches Wort gibt das andere. Schließlich geht der Bergführer zurück und rüttelt den Mann am Arm.

Ermittlungen wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Bergführerverein stellt Zusammenarbeit ein

Die Polizei Matrei in Osttirol nahm unterdessen nach einer Anzeige Ermittlungen wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit auf, bestätigte der stellvertretende Postenkommandant, Anton Raffler. Eine Reaktion gab es auch vom Kalser Bergführerverein. Man sprach von einem “inakzeptablen Verhalten”. Der Bergführer sei zwar kein Mitglied des Vereins gewesen, aber bisher privat beauftragt worden. Man werde dem offenbar aus Salzburg stammenden Mann nun jedenfalls keinen weiteren Auftrag mehr vermitteln, hieß es.

Auch der österreichische Berg- und Skiführerverband habe eine Prüfung des Zwischenfalls angekündigt. Dass eine schnellere Seilschaft andere Bergsteiger überhole, sei zwar grundsätzlich übliche Praxis, ließ der Verband wissen. Ein solches Manöver müsse jedoch in gegenseitiger Abstimmung und unter Einhaltung der Sicherheitsstandards erfolgen. Es sei schwierig, allein die Videoausschnitte zu bewerten. Man wolle den Fall jetzt genau prüfen, disziplinarrechtliche Maßnahmen für den Bergführer seien möglich.