Austria verpasst im Finish CL-Heimsieg – 1:1 gegen Inter

01.10.2026 • 21:43 Uhr

Die Wiener Austria hat ihren Premierensieg in der Frauen-Fußball-Champions-League nur hauchdünn verpasst. Beim ersten Heimspiel in der Ligaphase der “Königsklasse” führte Österreichs Double-Champion am Donnerstag gegen Inter Mailand lange Zeit 1:0, ehe der italienische Topclub in der 94. Minute noch den Ausgleich durch Ivana Andres Sanz erzielte. Zuvor hatte die überragende Modesta Uka (21.) Österreichs Double-Champion via Weitschuss in Führung gebracht.

Die zum Auftakt bei Chelsea 0:1 unterlegene Austria hat mit ihrem ersten Zähler schon so viele gesammelt wie der SKN St. Pölten in der gesamten vergangenen Saison. Als nächste Hürde wartet nach der Länderspielpause am 29. Oktober (18.45 Uhr) neuerlich zu Hause mit Juventus Turin wieder ein italienischer Vertreter. Zuvor geht es am Sonntag (13.00 Uhr) in der Frauen-Liga ins erste Derby gegen Rapid, die Generalprobe dafür konnte sich sehen lassen. 3.609 Zuschauer sorgten für einen neuen Besucherrekord.

“Mit dem Abpfiff waren alle sehr enttäuscht. Wir hätten die Möglichkeit gehabt, es noch einmal zu klären, treffen den Ball nicht, das ist sehr bitter, aber so ist der Fußball”, sagte Austria-Trainer Stefen Kenesei. In den nächsten Tagen werde aber die Freude und der Stolz über das historische Ereignis, den ersten Punktgewinn, kommen. “Die Performance in den ersten beiden Spielen hat gezeigt, dass wir mit Selbstvertrauen in die restlichen Spiele gehen können”, verlautete der 41-Jährige.

Gleiche Startelf wie in London

Kenesei schenkte wenig überraschend jener Startelf das Vertrauen, die auch beim starken Auftritt in London gegen Chelsea begonnen hatte. Nahtlos konnte dabei an das Gezeigte eine Woche zuvor angeschlossen werden. Die Wienerinnen störten die Italienerinnen früh und sorgten mit ihrem aggressiven Pressing immer wieder für Ballgewinne und gefährliche Aktionen. Inter-Torfrau Cecilia Runarsdottir hielt einen Pfanner-Schuss (20.), ein weiterer von Valentina Pötzl ging drüber (20.). Kurz darauf waren chancentechnisch aller guten Dinge drei. Uka zog aus rund 25 Metern ab und traf mit links genau ins Eck. Es war der Premierentreffer der Austria in der “Königsklasse”.

Am Spielgeschehen änderte sich dadurch aber nichts, die Gastgeberinnen kontrollierten das Geschehen, ließen defensiv quasi gar nichts zu und hätten vorne eigentlich nachlegen müssen. Ein Pfanner-Abschluss aus kurzer Distanz fiel zu schwach aus (31.), ein von Virginia Kirchberger-Prohaska verlängerter Uka-Eckball wurde auf der Linie geklärt (37.). Elisa Pfattner schoss vorbei (40.) und ein Pötzl-Abschluss wurde gerade noch geblockt (45.+2).

Pal hielt Sieg mit starken Paraden fest

Inter-Trainer David Sassarini reagierte mit einem Vierfachtausch, brachte etwa die ehemalige DFB-Teamstütze Lina Magull, Ex-Bayern-Kollegin von Austria-Kapitänin Carina Wenninger. Das belebte das Spiel von Inter etwas, die Austria wirkte in der Abwehr nicht mehr so sattelfest. Vorne lag bei einem abgefälschten Uka-Freistoß allerdings das 2:0 in der Luft, Inters Torfrau konnte parieren (55.).

Noch mehr auszeichnen konnte sich ihr Gegenüber Jasmin Pal in Minute 73. Brittany Raphino lief alleine aufs Austria-Tor, die Nummer eins der Wienerinnen reagierte glänzend. Magull setzte den Nachschuss daneben. Zudem nahm die ÖFB-Teamtorfrau etwas später auch Benedetta Glionna in höchster Not den Ball vom Fuß (78.). Die Austria kam hinten kaum mehr heraus und wurde dafür im Finish noch bestraft. Nach einem Corner und mehreren Abschlüssen war es Andres Sanz, die abzog und auch Glück hatte: Hanshaw lenkte den Ball ins eigene Tor ab.