Befreiung der Farbe in der abstrakten Kunst im MMKK

23.06.2026 • 13:54 Uhr
Befreiung der Farbe in der abstrakten Kunst im MMKK

Im angenehm temperierten Museum Moderner Kunst Kärntens (MMKK) flaniert man ab Donnerstag durch internationale und Kärntner Kunst von der Nachkriegsavantgarde bis zur Gegenwart. Neben prominenten Namen wie Hans Bischoffshausen und Bernard Aubertin finden sich in der am Dienstag vor Journalisten präsentierten Schau “Abstrakt. Material + Struktur” auch selten gezeigte Werke von Manfred Bockelmann, Sepp Schmölzer oder Marlies Liekfeld-Rapetti.

“Der Weg von der Fläche zum Raum, vom Tafelbild zum Objekt erfolgte einerseits über das Materialbild und andererseits über die Farbmalerei”, erläutert Direktorin und Kuratorin Christine Wetzlinger-Grundnig im Vorwort des Ausstellungskataloges, der das bereits achte Projekt der Reihe “fokus sammlung” dokumentiert. Chronologisch und stimmig werden dabei 28 Positionen in den zehn Räumen der Klagenfurter Burg präsentiert. Der im übertragenen Sinn rote Faden der Schau ist “die Befreiung der Farbe”, ihre Entwicklung vom Mittel der bloßen Gegenstandsbeschreibung über die Substitution durch andere Materialien bis hin zu ihrer Aufhebung.

Schätze aus dem Archiv

“Meister der Reduktion”, wie Hans Bischoffshausen immer wieder genannt wurde, sind eigentlich alle Künstlerinnen und Künstler der Schau – ob sie wie Ferdinand Penker die Linie, den Strich, thematisieren oder wie Angelika Kaufmann Prägedrucke auf weißem Papier fertigen, ob sie wie Jakob Gasteiger monochrome Farbflächen dreidimensional in den Raum wachsen lassen oder wie Katharina Heinrich einen hunderte Kilo schweren Teppich aus Blei stricken (der übrigens das erste Mal aus den Tiefen des Archivs geholt wurde).

Frühe Arbeiten von Valentin Oman, der die Ideen der Informel-Kunst aufnahm, sind ebenso zu entdecken wie der Einfluss, den die Künstlergruppe ZERO und der Deutsche Otto Piene auf Bischoffshausen und Aubertin hatten. Minimalistisch, aber mit Rhythmus und Struktur arbeitet auch die jüngere Generation, vertreten etwa durch Veronika Suschnig, Michael Kos oder Terese Kasalicky.

Die permanente Schau mit Meisterwerken der Sammlung im letzten Ausstellungsraum führt zum Ausklang wieder zurück in den Sommer – mit klassischen Tafelbildern und Motiven von Seen, Bergen und Meer.

(S E R V I C E – Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt; “Fokus Sammlung 08: Abstrakt. Material + Struktur”; 25. Juni bis 3. Oktober 2026, )