Bereits mehr als 300 Ebola-Tote im Kongo
In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus weiter aus. Die Zahl der bestätigten Fälle ist nach Regierungsangaben vom Donnerstag (Ortszeit) auf 1.155 gestiegen, darunter sind 304 Tote. Allein innerhalb von 24 Stunden seien bis Mittwoch 37 Neuinfektionen und fünf weitere Todesfälle verzeichnet worden, hieß es in einem Lagebericht. Gesundheitsbehörden erklärten, eine intensivierte Überwachung ermögliche eine frühere Erkennung der Infektionen.
Jean Kaseya von der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC erklärte, dass bereits 95 Prozent der Bettenkapazitäten ausgeschöpft seien, obwohl der Gipfel des Ausbruchs noch nicht erreicht sei. “Wir müssen Behandlungszentren bauen und Bettenkapazitäten erhöhen”, betonte Kaseya. Der schnelle Anstieg der Fälle bereitet Sorgen – in keiner der vorangegangenen Ebola-Epidemien auf dem Kontinent war die Zahl der bestätigten Fälle in den ersten fünf Wochen so hoch gewesen wie in der aktuellen Epidemie.
Klinische Tests ab kommender Woche
Doch es gibt auch gute Nachrichten: In der kommenden Woche sollen in Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri im Nordosten des Kongo, klinische Verfahren für Medikamente beginnen, sagte Kaseya.
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bisher weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Medikament Remdesivir bereits eingetroffen
Das antivirale Medikament Remdesivir von Herstellern aus den USA und Ägypten, das in der kommenden Woche erprobt werden soll, sei bereits im Kongo eingetroffen, so Kaseya. Es handle sich um ein Prophylaxemittel, das nach Kontakt mit dem Ebola-Erreger helfen soll. Das aus den USA stammende Mittel MBP134 solle in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem arbeiteten mehrere Unternehmen an weiteren Impfstoffkandidaten.
Die kongolesische Regierung ordnete unterdessen eine 21-tägige Quarantäne für Menschen an, die aus den von Ebola betroffenen Gebieten innerhalb des Landes oder ins Ausland reisen wollen. Diese Maßnahme soll das Ansteckungsrisiko verringern und eine lückenlose Nachverfolgung potenziell exponierter Personen gewährleisten, hieß es in einer Mitteilung.