Billa-Konzern drängt auf Lockerung der Öffnungszeiten

18.10.2026 • 07:00 Uhr
Billa-Konzern drängt auf Lockerung der Öffnungszeiten

Kurz vor dem Start der Kollektivvertragsverhandlungen im Handel kommt ein neuer Vorstoß in der Debatte um eine Liberalisierung der Öffnungszeiten. Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ihm die derzeitigen Zeiten zu restriktiv sind. Laut einer vom Konzern beauftragten Umfrage wollen knapp drei Viertel der Befragten längere Öffnungsmöglichkeiten für Nahversorger-Container. Auch in den Geschäften will Rewe länger offen haben dürfen.

Der Handelskonzern hat die Expansionspläne der Billa-Box mit Selbstbedienungskassa nach einem Entscheid des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) aufgegeben. Demnach dürfen Nahversorger-Container ohne Beschäftigte nur solange offen halten wie Supermärkte, nämlich 72 Stunden pro Woche. Fast 73 Prozent von rund 1.000 Befragten sprechen sich dafür aus, dass personallose Selbstbedienungsmärkte bei entsprechendem Bedarf auch nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben dürfen, so das Unternehmen.

Rewe-Chef verweist auf im Regierungsprogramm vereinbarte Lockerung

Rewe-Österreich-Chef Haraszti weist auf die im Regierungsprogramm verankerte Gleichstellung von Selbstbedienungs- und hybriden Märkten mit Automatenshops hin. Dort heißt es: “Nahversorger, die gänzlich digital oder in Randzeiten digital und ohne angestelltes Personal betrieben werden, werden aus dem Öffnungszeitengesetz ausgenommen.” Aus Sicht von Rewe solle dieses Vorhaben “nun rasch umgesetzt werden, um innovative Versorgungskonzepte rechtlich abzusichern und insbesondere in ländlichen Regionen zusätzliche Möglichkeiten zur Versorgung der Bevölkerung zu schaffen”.

Derzeit verfügt Billa österreichweit über vier solcher Selbstbedienungsboxen. Ein Testlauf mit Regionalboxen in Kärnten scheiterte. Einer der Hauptgründe für den Boxen-Stopp war das Ladenöffnungszeitengesetz.

In Geschäften Ausdehnung von 72 auf 78 Stunden pro Woche gefordert

Aber auch in den herkömmlichen Geschäften (Adeg, Billa, BillaPlus, Bipa, Penny) wünscht sich der Rewe-Chef eine Ausdehnung der wöchentlichen Rahmenöffnungszeiten an Werktagen von derzeit 72 auf 78 Stunden. Schützenhilfe bekommt Haraszti nun sogar von WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik. Der oberste Branchenvertreter zeigte sich zuletzt offen für eine Debatte um längere Öffnungszeiten am Samstagabend sowie bis zu zehn offenen Sonntagen im Jahr. Rufe nach verkaufsoffenen Sonntagen haben sich jüngst wieder vermehrt.