Bonn feiert Warhols Beethoven-Zyklus

Ludwig van Beethoven und Andy Warhol hatten so manches gemeinsam – beide stammen zum Beispiel aus einfachen Verhältnissen. Geld war ihnen ihr ganzes Leben lang sehr wichtig, um einem Rückfall in die unsicheren Verhältnisse ihrer Kindheit vorzubeugen. Das war allerdings nicht der Grund, warum sich der amerikanische Pop-Art-Künstler am Ende seines Lebens intensiv mit dem deutschen Komponisten auseinandersetzte.
Ausschlaggebend dafür war vielmehr der Bonner Galerist Hermann Wünsche (1941-1993), der Warhol seit vielen Jahren kannte. Das Bonner Beethoven-Haus hat zu dieser Verbindung und zur Entstehungsgeschichte der berühmten farbigen Siebdruckserie “Beethoven” von Warhol nun viele neue Erkenntnisse zutage gefördert. Präsentiert werden diese nun in einer Sonderausstellung. Anlass für das aufwändige Projekt ist Beethovens 200. Todestag im kommenden Jahr und Warhols 40. Todestag. Der US-Künstler starb am 22. Februar 1987.
Wünsche brachte Warhol nach Bonn
Warhol und Wünsche kannten sich seit Mitte der 70er-Jahre. Unter anderem organisierte Wünsche 1979 eine große Grafikausstellung mit Werken von Warhol in einem Bonner Möbelhaus. Fotos aus jenem Jahr dokumentieren, wie vertraut die beiden miteinander umgingen. Wünsche war es auch, der den Anstoß zu Beethoven gab – im Blick hatte er die 2000-Jahr-Feier der damaligen Bundeshauptstadt Bonn im Jahr 1989.
Der kurz vor Warhols frühem Tod entstandene Beethoven-Zyklus wurde gleichsam zu dessen Vermächtnis, und tatsächlich zeigt er den Musiker auf ungemein innovative Art, wie Malte C. Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses, hervorhebt: Über das bekannteste Bildnis Beethovens legte Warhol die Noten der Mondscheinsonate. “Das hatte es in der Kunstgeschichte vorher eigentlich noch nie so gegeben.”
(S E R V I C E – )