“Brand aus” nach erneutem Großbrand im Föhrenwald

21.08.2026 • 14:27 Uhr

Nach einem erneuten großen Feuer im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) ist am Freitagvormittag “Brand aus” gegeben worden. Nach Angaben des Bezirkskommandos wurden keine Glutnester mehr gefunden und der Niederschlag der vergangenen Tage sei ausgiebig gewesen. Der Brand war vor einer Woche ausgebrochen, über 830 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Bewohner mehrerer Siedlungen wurden vorübergehend evakuiert. Rund 64 Hektar waren betroffen.

“Für uns als Feuerwehr bedeutet die Meldung ‘Brand aus’ bei einem Waldbrand dieser Größenordnung weit mehr als das Ende der sichtbaren Löscharbeiten. Erst wenn die gesamte Brandfläche intensiv kontrolliert, Glutnester aufgespürt und abgelöscht wurden und auch von versteckten Brandherden keine Gefahr mehr ausgeht, kann ein solcher Einsatz tatsächlich abgeschlossen werden”, erklärte Niederösterreichs Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Gerade der Föhrenwald mit seiner trockenen Bodenauflage, schwer erkennbaren Glutnestern und der ständigen Gefahr eines Wiederaufflammens habe die Helfer besonders gefordert. Fahrafellner dankte “allen eingesetzten Kräften, die über viele Stunden und Tage hinweg unter enormer körperlicher Belastung hervorragende Arbeit geleistet haben”.

“Große Erleichterung”

“Die vergangenen Tage haben einmal mehr gezeigt: Auf unsere Einsatzkräfte in Niederösterreich ist immer Verlass”, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in einer Aussendung mit. “Ob beim Kampf gegen die Flammen oder bei den Unwettereinsätzen: Dieser Einsatz für die Sicherheit der Menschen in unserem Land ist alles andere als selbstverständlich. Niederösterreich sagt Danke”, so die Landeschefin.

Die Meldung “Brand aus” sei “für uns alle eine große Erleichterung”, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Der Einsatz habe “einmal mehr gezeigt, wie entscheidend bei Vegetationsbränden das Zusammenspiel der örtlichen Feuerwehren mit spezialisierten Waldbrandeinheiten, Luftunterstützung und einer koordinierten Einsatzführung ist.” Die derzeitigen Niederschläge seien “sehr willkommen, dennoch dürfen wir weiterhin nicht leichtsinnig sein im Wald”, betonte der Landesvize.

Tagelanger Kampf gegen Glutnester

Zuvor war am 5. August im Föhrenwald ein Brand ausgebrochen, rund 550 Feuerwehrmitglieder standen bei den Löscharbeiten im Einsatz. Die Flammen dehnten sich auf eine Fläche von über 100 Hektar aus. Am 9. August wurde “Brand aus” gegeben. Fünf Tage später brach erneut ein Feuer aus, das sich in Richtung von Wohnhäusern in der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld ausdehnte. Rund 250 Bewohner wurden vorsorglich evakuiert. Die Gebäude konnten geschützt und der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Unterstützt wurden die Helfer jeweils von Hubschraubern. In den Folgetagen wurden Glutnester aufgespürt und abgelöscht.

Bei beiden Bränden gelten Munitionsreste einer früheren Fabrik als Auslöser. Tritt Phosphor mit Luftsauerstoff in Kontakt, kommt es zu einer chemischen Reaktion und zur Selbstentzündung, erläuterte die Polizei zur Ursachenermittlung.