Brasilien: Regierung zieht Auszahlung von Sozialleistung vor

20.10.2026 • 08:17 Uhr

Knapp eine Woche vor der Präsidentenstichwahl in Brasilien hat die linksgerichtete Regierung von Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva die beschleunigte Auszahlung einer bedeutenden Sozialleistung angekündigt. Zur Begründung verwies das Entwicklungsministerium am Montag auf die Abmilderung “außergewöhnlicher Risiken” im Zusammenhang mit dem Klimaphänomen El Niño. Damit werden nun alle Berechtigten die Gelder des Programms Bolsa Familia vor der Stichwahl am Sonntag bekommen.

Den ursprünglichen Plänen zufolge hätte etwa die Hälfte der Millionen berechtigten Familien die Zahlung nach der Stichwahl erhalten. Lula hatte das Programm 2003 ins Leben gerufen. Es richtet sich an einkommensschwache Familien und ist etwa für Ausgaben für die Bildung von Kindern gedacht.

In der ersten Runde der Wahl Anfang Oktober war der 45-jährige Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro, überraschend mit 47 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz gelandet. Der 80-jährige Lula erhielt 45 Prozent. Bolsonaro geht nun als Favorit in die Stichwahl vom 25. Oktober, zuletzt konnte Lula in Umfragen aber Boden gutmachen.