Wahlgericht: Präsident Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat nach vorläufigen Zahlen die Stichwahl gegen seinen rechten Herausforderer Flávio Bolsonaro gewonnen und sich damit eine weitere Amtszeit gesichert. Der 80-Jährige lag nach Auszählung fast aller Stimmen mit 51,75 Prozent zu 48,25 Prozent uneinholbar vorn, wie das Oberste Wahlgericht mitteilte. Die Führung wechselte im Verlauf der Auszählung mehrfach.
Flávio Bolsonaro konnte einen zwischenzeitlichen Rückstand aufholen, fiel anschließend aber wieder hinter Lula zurück. Im Süden der Millionenmetropole Rio de Janeiro waren bei beiden Wendungen laute Jubelrufe, Musik und Feuerwerk zu hören, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.
Der 80-jährige Lula von der linken Arbeiterpartei PT bewarb sich um eine vierte Amtszeit. Er setzt auf die Fortsetzung seines Regierungskurses mit Sozialprogramme und staatlichen Investitionen. Flávio Bolsonaro, der Sohn des früheren Staatschefs Jair Bolsonaro, warb mit konservativen Positionen und insbesondere einem härteren Vorgehen gegen Kriminalität um Stimmen. In der ersten Wahlrunde hatte der Spitzenkandidat der rechten Liberalen Partei (PL) mit rund 47 Prozent der gültigen Stimmen vor Lula mit 45 Prozent gelegen.