“Brenner-Archiv” beleuchtet Innsbruck-Bezug von Bachmann

22.06.2026 • 11:16 Uhr
"Brenner-Archiv" beleuchtet Innsbruck-Bezug von Bachmann

Ein vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv herausgegebenes Dossier beleuchtet anlässlich des 100. Geburtstages der Kärntner Schriftstellerin Ingeborg Bachmann am 25. Juni deren wenig bekannte Innsbruck-Verbindungen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem ihr kurzes Philosophiestudium in Innsbruck sowie ihre Freundschaft mit Brenner-Archiv-Gründer Ludwig von Ficker, hieß es am Montag in einer Aussendung der Universität Innsbruck, zu der das Brenner-Archiv gehört.

Mit von Ficker, der auch die Kunst- und Kulturzeitschrift “Der Brenner” herausgab, sei Bachmann, die 1973 starb, seit 1953 in Kontakt gestanden. Im Umfeld dieses Kontaktes wurde sie schließlich 1957 auch zu den 8. Österreichischen Jugendkulturwochen in der Tiroler Landeshauptstadt eingeladen.

Die Zeit ihres Philosophiestudiums in Innsbruck – dort studierte sie ein Semester lang – , Graz und Wien sei für die Schriftstellerin jedenfalls prägend gewesen. Vor allem die Philosophie von Ludwig Wittgenstein habe Einfluss auf ihren einzigen Roman “Malina” oder den Erzählband “Das dreißigste Jahr” gehabt.

Bachmann als “Forschungsobjekt” in Innsbruck

Aber nicht nur Innsbruck und das dortige kulturelle Umfeld hatte Einfluss auf Bachmann und deren Schreiben, auch das Werk der Schriftstellerin hat als “Forschungsobjekt” Einfluss auf das wissenschaftliche Tun und Denken in der Landeshauptstadt. Im Mai 2024 fand etwa eine Tagung im Brenner-Archiv statt, die sich mit der Bedeutung von Wittgenstein für das Werk von Bachmann und dem Verhältnis von Literatur und Philosophie beschäftigte. Das nun erschienene Dossier “Ingeborg Bachmann – Ludwig Wittgenstein der eben erschienenen Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv Nr. 44” geht auf diese Tagung zurück, die gemeinsam mit dem Institut für Philosophie der Universität Innsbruck durchgeführt wurde.

Weiters sind die Briefe von Bachmann an Lilly von Sauter im Brenner-Archiv zu finden. Zuletzt hatten sich außerdem Studierende rund um den 100. Geburtstag von Bachmann an der Universität Innsbruck mit der Schriftstellerin auseinandergesetzt.