BRICS-Staaten ringen bei Gipfel um Einigkeit

11.09.2026 • 13:00 Uhr

In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi treffen sich am Wochenende die Staaten der BRICS-Gruppe. Das Treffen des Schwellenländer-Bündnisses findet unter schwierigen Bedingungen statt, denn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran spaltet die Mitglieder: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Iran stehen sich in dem seit mehr als einem halben Jahr andauernden Konflikt feindlich gegenüber. Iranische Raketen trafen die VAE, diese setzten ihre Handelsbeziehungen aus.

Neben dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die am Freitag zu bilateralen Gesprächen zusammenkamen, werden auch Chinas Präsident Xi Jinping, der iranische Präsident Massoud Pezeshkian und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in Neu-Delhi erwartet. Die VAE werden voraussichtlich durch den Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Khaled bin Mohamed bin Zayed al-Nahyan, vertreten. Für Xi ist es der erste Besuch in Indien seit sieben Jahren. Er wird sich am Rande des Gipfels ebenfalls mit Modi treffen, um über die bilateralen Beziehungen zu sprechen. Ein separates Treffen von Putin und Xi ist der russischen Agentur TASS zufolge dagegen nicht geplant. Die beiden Staatschefs hätten intensive Gespräche am Rande des APEC-Gipfels im November verabredet.

Das Bündnis wurde von Brasilien, Russland, Indien und China (daher “BRIC”) gegründet, um den Einfluss von Schwellen- und Entwicklungsländern in der internationalen Ordnung zu stärken. Zu der Gruppe sind weitere Staaten hinzugestoßen, deren Interessen nicht immer in dieselbe Richtung gehen: Südafrika, Ägypten, Äthiopien, der Iran, Indonesien, Saudi-Arabien und die VAE. Außenpolitik-Experten zufolge wird der entscheidende Test für das Bündnis sein, in einer gemeinsamen Abschlusserklärung eine für Abu Dhabi und Teheran akzeptable Formulierung zur Nahost-Krise zu finden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow räumte ein, dass die Differenzen die Ausarbeitung eines solchen Dokuments erschwerten.