Bundesheer will psychische Gesundheit fokussieren

09.10.2026 • 14:00 Uhr
Bundesheer will psychische Gesundheit fokussieren

Das Bundesheer will die psychische Gesundheit seiner Soldaten stärker fokussieren. “Denn neben körperlicher Fitness ist die psychische Gesundheit eine wesentliche Voraussetzung für Leistungs- und Einsatzfähigkeit”, heißt es in einer Aussendung am Freitag. Um diese zu stärken, gebe es einen ganzheitlichen Ansatz durch den Heerespsychologischen Dienst. Vergangenes Jahr wurden 45.377 Untersuchungen bei der Stellung und 2.811 klinisch-psychologische Untersuchungen durchgeführt.

Anlässlich des Welttages der psychischen Gesundheit am 10. Oktober betonte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP): “Psychische Gesundheit ist keine reine Privatsache, die wir im militärischen Alltag ignorieren können. (…) Prävention beginnt oft mit einem einfachen, aber entscheidenden Schritt: hinschauen, ansprechen und rechtzeitig Hilfe holen. Unterstützung frühzeitig anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Verantwortung und Fürsorge – für sich selbst und für andere.”

Bereits die Stellung, bei der neben der körperlichen auch die psychische Verfassung untersucht wird, sei eine “besondere Chance” zur Früherkennung psychischer Erkrankungen. Grundwehrdiener sollen durch die Bewältigung von Anforderungen wie Stress, außergewöhnliche Belastungssituationen, Schlafentzug und möglichen Belastungsreaktionen Resilienz entwickeln. Auch die längere Trennung von Familie und Freunden spielt dabei wichtige Rolle.

“Nicht jede Belastung von außen sichtbar”

Besonders engmaschig werden jene Soldaten betreut, die in den Auslandseinsatz gehen. 2025 absolvierten 1.423 Personen eine dafür gesonderte Untersuchung für die Eignung für diesen Einsatz. Zudem standen im Jahr 2025 insgesamt neun Militärpsychologinnen und Militärpsychologen den Auslandskontingenten zur Verfügung.

Im Rahmen des “Peer-Systems” unterstützen speziell ausgebildete Soldaten aller Dienstgrade ihre Kameraden nach belastenden Einsätzen und Ereignissen. Ende 2025 standen im Ressort 319 ausgebildete Peers zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Heerespsychologischen Dienst bildet dieses Angebot ein umfassendes Netzwerk für Krisenintervention und Notfallpsychologie. Der Heerespsychologische Dienst steht rund 23.000 Bediensteten sowie jährlich mehr als 15.000 Grundwehrdienern zur Verfügung. “Auch unsere Soldatinnen und Soldaten sind vor familiären und privaten Sorgen nicht gefeit. Und nicht jede Belastung ist von außen sichtbar”, betonte Tanner.