Bundesliga startet ohne Punkteteilung und mit neuen Regeln

Mit den umfassendsten Änderungen seit der großen Reform 2018 geht die heimische Fußball-Bundesliga nächsten Freitag in die neue Saison. Die umstrittene Punkteteilung ist Geschichte, der mit diesem Spieljahr einsetzende neue TV-Vertrag bringt eine Modifizierung der Spielansetzungen mit regelmäßigen Matches am Freitagabend. Die von der WM bekannten neuen Regeln sollen zu einer Beschleunigung des Spiels beitragen, die VAR-Entscheidungen werden künftig im Stadion verkündet.
“Die Vorfreude ist groß. Insbesondere auch, da wir nach 28 Jahren wieder bei einer WM dabei waren und mit dem emotionsträchtigen Spiel gegen Algerien viel Begeisterung für den Fußball bekommen haben und hoffentlich viele Lust haben, in die Stadien zu kommen”, erklärte Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer bei der Saison-Auftaktpressekonferenz nur 17 Stunden nach dem finalen Schlusspfiff bei der Weltmeisterschaft.
Sportliche Fairness
Die Liga startet am 31. Juli mit dem Spiel von Meister LASK gegen den GAK. Die vor acht Jahren eingeführte Teilung in Meister- und Qualifikationsgruppe wurde beibehalten, die Halbierung der Punkte aus den ersten 22 Runden wurde aber eingestellt. “Sportliche Fairness steht an oberster Stelle”, betonte Ebenbauer. Moniert worden war, dass die Herbst-Saison entwertet worden sei, andererseits brachte die Regelung sowohl im Titelrennen als auch im Abstiegskampf Spannung bis zum Schluss und mit durchschnittlich 8.831 Zuschauerinnen und Zuschauer den besten Stadion-Besuch seit der Zeit rund um die Heim-WM 2008. Die Liga hofft, dass auch ohne Punkteteilung die Meisterschaft erst im Finish entschieden wird und damit das Publikumsinteresse groß bleibt.
Mit der Saison startet die Bundesliga ins Jahr eins des neuen TV-Vertrags. Der bringt nach APA-Informationen pro Saison nur noch 34 Mio. Euro statt davor 42 Mio. Euro und leichte Änderungen beim Spielprogramm. Neu ist ein regelmäßiges Freitagsspiel (19.30 Uhr) und zeitlich getrennte Samstag-Spiele (17.00 und 19.30 Uhr). In den Sommermonaten am Sonntag wird nach Matches um 17.00 auch eines um 19.00 Uhr ausgetragen.
Kommunikation der VAR-Entscheidungen
Änderungen gibt es auch bei den Regeln, die bei der WM angewendet wurden und nun auch in Österreich gelten. “Wir brauchen mehr effektive Spielzeit”, sagte Ebenbauer mit Blick auf die Maßnahmen gegen das Zeitspiel bei Auswechslungen und Einwürfen. Der VAR wird zudem künftig auch bei Eckbällen und zweiten Gelben Karten prüfen können.
In diesem Zusammenhang wird auch die Kommunikation im Stadion publikumsfreundlicher. “Im Laufe des Herbstes wird in allen Stadien der Schiedsrichter den Stadionzuschauern mündlich die Entscheidung kundtun und die Spielszenen werden auf Video-Wall zu sehen sein”, erklärte Ebenbauer. Dem Video-Assistant-Referee stehen zudem zwei zusätzliche Kameras zur Verfügung.
Lustenau und zwei neue Trainer
Sportlich neu dabei ist Aufsteiger Austria Lustenau. Mit Danny Röhl bei Red Bull Salzburg und Mario Despotovic bei der SV Ried sind zwei neue Trainer an der Linie, Markus Schopp kehrte als Coach zum TSV Hartberg zurück. Röhl will mit dem einstigen Serienmeister die Durststrecke von drei Jahren ohne Titel beenden. “Kompliment an die Konkurrenz, sie haben in den letzten Jahren sehr gute Arbeit gemacht. Das zeigt, dass die Liga zusammengerutscht ist”, sagte der Deutsche, betonte aber auch: “Ich sehe eine Riesenchance nach drei enttäuschenden Jahren.”
Als Gejagter geht Double-Sieger LASK in die Saison, auf den Lorbeeren der überraschenden Erfolge will man sich aber nicht ausruhen. “Die Vorbereitung war wie die 20 Jahre davor auch: anstrengend, nicht für mich, sondern für die Spieler”, erklärte Coach Dietmar Kühbauer. “Die Saison war fantastisch, sie haben Unglaubliches geleistet, aber im neuen Jahr wartet keiner auf das. Wenn jemand auf einer Welle ist, wird das nicht viel bringen.”