Burgenland-Landtag fordert bessere ME/CFS-Versorgung

23.09.2026 • 12:44 Uhr
Burgenland-Landtag fordert bessere ME/CFS-Versorgung

Der burgenländische Landtag fordert vom Bund mehr Unterstützung für Betroffene von ME/CFS. Alle vier Landtagsparteien – SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne – sprachen sich am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz für eine bessere medizinische Versorgung aus. Außerdem plädierten sie für spezialisierte Rehabilitationszentren, eine entsprechende Berücksichtigung der Erkrankung in Ausbildung und Forschung sowie eine sozialrechtliche Absicherung und einen Härtefallfonds.

Rund 2.400 Menschen dürften im Burgenland von ME/CFS betroffen sein. Sie seien häufig mit schlechten Versorgungsstrukturen, Fehldiagnosen und mangelnder sozialer Absicherung konfrontiert, kritisierten die Klubobleute Roland Fürst (SPÖ), Christian Ries (FPÖ) und Margit Paul-Kientzl (Grüne) sowie ÖVP-Gesundheitssprecher Markus Ulram. Viele Erkrankte können nicht mehr arbeiten, müssen aber um eine entsprechende Pflegeeinstufung und finanzielle Unterstützung oft erst kämpfen, hielten sie fest.

Dringlichkeitsantrag am Donnerstag im Landtag

Die Forderungen an den Bund umfassen daher auch verbindliche Diagnose-Standards sowie Weiterbildungen für die Begutachterinnen und Begutachter der Pensionsversicherung und des Arbeitsmarktservices (AMS). Außerdem wollen SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne einen Härtefallfonds für schnelle Hilfe in akuten Fällen. Langfristig soll eine Pflegegeldrichtlinie die soziale Vorsorge regeln. Ein entsprechender Dringlichkeitsantrag wird in der Landtagssitzung am Donnerstag beschlossen.

Im Burgenland gehen im Oktober eine ME/CFS-Ambulanz im Krankenhaus Oberwart und ein Therapieprogramm im Reduce-Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf (Bezirk Oberwart) in Betrieb. Damit sei auf Landesebene ein erster Schritt gesetzt, meinte SPÖ-Klubchef Fürst. Wichtig seien aber auch bundesweite Maßnahmen, denn: “Die großen Knöpfe werden im Bund gedreht”, betonte er. SPÖ-intern will er einen Antrag bei einer kommenden Tagung einbringen und seine Parteikollegen ersuchen, diesen auch in den anderen Landtagen in ganz Österreich auf die Tagesordnung zu bringen.