Burgenland verkauft Wohnbaudarlehen auch an Gemeinnützige

20.03.2026 • 11:16 Uhr
Burgenland verkauft Wohnbaudarlehen auch an Gemeinnützige

Das Land Burgenland bietet nach den privaten Häuslbauern nun auch den gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen an, ihre Wohnbauförderungsdarlehen mit einem Nachlass vorzeitig zurückzuzahlen. Dadurch sollen einerseits die Mieten stabilisiert werden und andererseits Gelder ins Land fließen, um dem im Jänner beschlossenen Haushaltsstabilitätsgesetz zu entsprechen, erläuterte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Gemeinsam mit den vier gemeinnützigen Bauträgern im Burgenland sei ein Modell ausgearbeitet worden, mit dem der Rückkauf durch Mietsenkungen direkt bei den Mietern ankommen soll, meinte Doskozil. Der Nachlass wird abhängig von der Restlaufzeit des Darlehens gestaffelt. Die ältesten mit einer Restlaufzeit von unter fünf Jahren können mit 15 Prozent Nachlass vorzeitig zurückgezahlt werden, jene mit fünf bis 17 Jahren Restlaufzeit mit 25 Prozent und die neuesten mit einer längeren Restlaufzeit mit 35 Prozent.

Rechenaufgabe für die Gemeinnützigen

Für die Gemeinnützigen werde das eine Rechenaufgabe, sagte der Obmann der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), Alfred Kollar. Die Bauträger müssten nun die Darlehen heraussuchen, bei denen ein Rückkauf Sinn mache, weil er eine spürbare Entlastung für die Mieter bringe. Als Richtwert habe man eine Größenordnung von mindestens 20 Euro Mietersparnis monatlich und 250 Euro pro Jahr festgelegt.

Kollar rechnet mit rund 300 bis 400 Anträgen alleine von der OSG und 700 bis 800 Anträgen insgesamt. In der OSG könnten etwa 3.000 Wohnungen und Reihenhäuser in den Genuss eines Nachlasses kommen, meinte er. Die monatlichen Kreditkosten, die sich die Bauträger durch die vorzeitige Rückzahlung ersparen, sollen direkt an die Mieter weitergegeben werden.

70 Prozent der privaten Häuslbauer nahmen Angebot bisher an

Der Verkauf an die privaten Häuslbauer läuft bereits seit Jänner. Rund 16.600 Anträge seien bisher eingelangt, was in etwa 70 Prozent der privaten Darlehensnehmer entspreche, betonte Doskozil. Bis Ende März sind noch Anträge möglich, die Rückzahlung muss bis 30. April erfolgen. Derzeit liege das geschätzte Rückflussvolumen bei 260 Mio. Euro. Für die Häuslbauer bedeute das eine Entlastung von 87 Mio. Euro, so der Landeshauptmann.

Vom gemeinnützigen Sektor erwartet sich das Land rund 100 Mio. Euro. Die Bauvereinigungen können bis Ende Mai Anträge einbringen und haben bis Ende Juni für die Rückzahlung Zeit, sagte Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Danach geht das Land in die dritte Phase und startet den Verkauf der verbleibenden Darlehen an Banken oder Versicherungen.