CARE: 2026 schon 82 humanitäre Hilfskräfte getötet

19.08.2026 • 20:41 Uhr
CARE: 2026 schon 82 humanitäre Hilfskräfte getötet

“Libanon, Westbank und Gaza, Südsudan, Sudan sowie Ukraine” zählen derzeit zu den gefährlichsten Einsatzgebieten, so die internationale Hilfsorganisation CARE am Mittwoch zum Welttag der Humanitären Hilfe in einer Aussendung. Laut Daten der Aid Worker Security Database seien seit Jahresbeginn 2026 bereits 82 humanitäre Hilfskräfte getötet worden: “21 davon im Libanon, 20 in Westbank und Gaza, zwölf im Südsudan, elf im Sudan und sieben in der Ukraine.”

CARE forderte ein sofortiges Ende der Angriffe auf Nothelferinnen und -helfer sowie sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe und wirksame Maßnahmen gegen die Straflosigkeit der Täter. “Wer Menschen in Krisen und Konflikten mit Essen, Wasser, medizinischer Versorgung und Schutz versorgt, darf selbst nicht zur Zielscheibe werden. Angriffe auf humanitäre Helferinnen und Helfer sind illegal und inakzeptabel. Sie sind keine Kollateralschäden, sondern gezielte Attacken auf ein System, das Leben rettet. Humanitäres Völkerrecht darf nicht nur auf dem Papier gelten”, mahnte Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich in einer Aussendung.

Neben den Angriffen auf Hilfskräfte stehe das humanitäre System unter Druck: “Weltweit werden Mittel für humanitäre Hilfe gekürzt, Hilfsrouten blockiert, Genehmigungen und Visa verweigert und Organisationen an ihrer Arbeit gehindert. Gleichzeitig sind Helfer:innen zunehmend Verleumdungs- und Desinformationskampagnen ausgesetzt. Die Folgen sind gravierend: Wenn humanitäre Organisationen nicht sicher arbeiten können, erreicht lebensrettende Hilfe Millionen Menschen nicht.”

“Lokale Hilfskräfte tragen das größte Risiko”

Von den Angriffen betroffen seien zum überwiegenden Teil lokale Hilfskräfte, “die den Großteil der humanitären Arbeit leisten”. Sie würden Menschen in ihren eigenen Gemeinschaften unterstützen, während sie selbst oft von Konflikten und Gewalt betroffen sind. “Neben der unmittelbaren Gefahr für ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit sind sie damit auch enormen psychischen Belastungen ausgesetzt.”