Chef von Wärmepumpenfirma iDM gegen Polit-“Zickzackkurs”

02.05.2026 • 05:00 Uhr
Chef von Wärmepumpenfirma iDM gegen Polit-"Zickzackkurs"

Der Wärmepumpenhersteller iDM mit Sitz in Matrei in Osttirol hat sich in den vergangenen Jahren besonders am heimischen Markt mit Absatzschwankungen auseinandersetzen müssen. Als Hauptgrund nannte Geschäftsführer Thomas Pletzer im APA-Interview “eine relativ instabile Fördersituation”. Er forderte von der Politik “Planungssicherheit für seine Branche, ein Ende des ‘Zickzackkurses’ und weniger Bürokratie”. Dank des deutschen Marktes gingen seine Umsätze 2025 wieder nach oben.

Während die Förderungen für den Kesseltausch der türkis-grünen Bundesregierung eindeutig zu hoch gewesen seien, mangle es nun an Stabilität. Der von der ÖVP/SPÖ/NEOS-Regierung eingeführte Fördertopf werde zwar bis 2030 jährlich mit 360 Mio. Euro gefüllt. “Wenn der Fördertopf schon im ersten Halbjahr leer ist, dann gibts bis zum Ende des Jahres keine Nachfrage mehr”, zeigte Pletzer die Problematik auf: “Damit bremse ich den Markt, obwohl die Notwendigkeit und das Potenzial da wären.” Es gehe dabei gar nicht so sehr um die Höhe der Förderung, sondern schlicht um die “Planungssicherheit für das ganze Jahr” – sowohl für die Industrie als auch für den Endkunden.

Berg- und Talfahrt seit den Pandemie-Jahren

iDM durchlebte deshalb zuletzt eine regelrechte Berg- und Talfahrt. In den Jahren seit Beginn der Corona-Pandemie waren die Umsatzzahlen stets nach oben geklettert, im Jahr 2023 erlebten die Osttiroler laut Pletzer ein “Boom-Jahr” mit rund 200 Mio. Euro Umsatz. Im Jahr 2024 folgte dann ein Umsatzrückgang um 20 Prozent – freiwillige Arbeitszeitverkürzung und Stellenabbau inklusive. Im Vorjahr ging es schließlich wieder steil nach oben: “Wir werden 2026 die 200 Mio. Euro Umsatz und damit das Rekordjahr 2023 toppen”, kündigte der Geschäftsführer an, der die zur Pletzer-Gruppe gehörende Firma gemeinsam mit Christoph Bacher leitet. Auch für 2026 erwartete er ein “starkes Wachstum über den Zahlen von 2023”.

Die guten Zahlen seien jedoch nicht auf den heimischen Markt zurückzuführen. Hierzulande sei im Vorjahr ein Rückgang von 22 Prozent verzeichnet worden, “im ersten Quartal 2026 war in Österreich noch einmal ein Markteinbruch von 33 Prozent zu beobachten gewesen”, sagte Pletzer. Nach Ausbruch des Nahost-Konfliktes in Kombination mit den höheren Energiepreisen sei die Nachfrage dann “schlagartig nach oben gegangen”.

Verantwortlich für das Plus sei jedoch die gute Marktentwicklung in Deutschland und Italien. Insbesondere bei unseren nördlichen Nachbarn werde die Wärmepumpe gut angenommen und es herrsche “eine positive Grundstimmung”. Im Vorjahr wurden dort erstmals mehr Wärmepumpen verkauft als andere Wärmeerzeuger. In Österreich ortete er vielfach noch “eine gewisse Skepsis” gegenüber der Wärmepumpe. “Wer unsere Energieversorgung krisenfest machen will, muss raus aus Öl und Gas und rein in erneuerbare Energien”, meinte der Geschäftsführer und fügte hinzu: “Die Wärmepumpe spielt dabei eine Schlüsselrolle. Förderprogramme sind wichtig, sie brauchen aber vor allem Stabilität und Planungssicherheit, damit der Umstieg nachhaltig gelingt.”

780 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell beschäftigt

Während vor zwei Jahren die Situation der Beschäftigten noch deutlich unsicherer war, befindet sich das Unternehmen nun wieder auf Personalsuche. Der Mitarbeiterstand von aktuell 780 Beschäftigten soll in den nächsten Monaten um weitere 40 bis 50 erhöht werden. Neben dem Hauptstandort in Matrei in Osttirol wird ein weiterer Standort in Spittal an der Drau in Kärnten betrieben.

Doch um neue Beschäftigte – auch aus Drittstaaten – anwerben zu können, benötige es den Abbau bürokratischer Hürden bei der Rot-Weiß-Rot-Card. Pletzer vermisst “klare Zuständigkeiten” und ortet einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Deutschland. Dort sei es wesentlich einfacher, Arbeitskräfte aus dem Ausland anzustellen. Doch es gibt auch Positives: Viele Menschen würden nach dem Studium außerhalb Osttirols “wieder zurückkehren”, um dort zu arbeiten.