Chemie-KV – 7. Verhandlungsrunde dauert an
Auch in der siebenten Verhandlungsrunde für einen neuen Kollektivvertrag in der Chemiebranche gibt es keine rasche Annäherung. Seit Dienstagvormittag sitzen Gewerkschaften und Arbeitgeber der heimischen Chemieindustrie zusammen. Vorangegangen war eine Woche mit mehreren zweistündigen Warnstreiks, zu denen die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA aufgerufen hatten, nachdem das Arbeitgeber-Angebot einer Einmalzahlung von 250 Euro in den vorangegangenen Runden nicht erhöht wurde.
Man erwarte ein “verbessertes Angebot”. Ansonsten seien auch befristete Streiks möglich, hieß es am Montag von der GPA zur APA. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden sehen, dass die Auftragslage ihrer Betriebe sich verbessert hat und dass sich ihre Arbeit verdichte, argumentierten die Gewerkschaften jüngst die Arbeitskampfmaßnahmen.
Arbeitgeber zeigen auf deutsche Nulllohnrunde
Die Arbeitgeberseite – vertreten durch den Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) – hatte nach den bisherigen Verhandlungsrunden auf Deutschland gezeigt. Dort sei 2026 in der Chemiebranche eine Nulllohnrunde vereinbart worden. Der Kostenabstand gegenüber den Mitbewerbern auf dem wichtigsten Absatzmarkt der heimischen Industrie würde somit steigen.
Die rund 230 Unternehmen der Chemischen Industrie mit mehr als 50.000 Beschäftigten sind in unterschiedlichen Bereichen aktiv, unter anderem in der Produktion von Pharmazeutika, Kunststoffen und Kunststoffwaren, Fasern, Lacken, Düngemitteln oder auch organischen und anorganischen Chemikalien. Warnstreiks fanden unter anderem bei Boehringer Ingelheim, im Chemiepark Linz, bei Lenzing und Octapharma statt.