Cybercrime-Delikte auch weiter auf hohem Niveau

27.08.2026 • 13:07 Uhr

Cybercrime in Österreich bleibt mit 63.459 Anzeigen weiter auf hohem Niveau: Während Internetbetrug leicht zurückging und bei Erpressungen im Internet ein deutliches Minus verzeichnet wurde, nahmen Cyberangriffe im engeren Sinn zu. Das geht aus dem am Donnerstag in Wien präsentierten Cybercrime-Report 2025 hervor. Eine zentrale Herausforderung bleibe dabei die kontinuierlich steigende Menge an Daten, sagte Klaus Mits vom Cybercrime-Center (C4) des Bundeskriminalamts.

IT-Medien werden laut Mits auch weiter von Kriminellen genutzt. “In fast allen Deliktsbereichen des Strafrechtes spielt ein IT-Medium immer mehr eine Rolle.” Die fortschreitende Digitalisierung “verändert auch die Erscheinungsformen der Kriminalität”, sagte Andreas Holzer, Chef des Bundeskriminalamts.

Bei Angriffen gegen Informations- und Kommunikationssysteme (Cybercrime im engeren Sinn) gab es laut Bundeskriminalamt einen Anstieg der Anzeigen um 8,6 Prozent. Die Zahl stieg von 20.246 Fällen 2024 auf 21.988 im vergangenen Jahr. Gleichzeitig wurden mehr Straftaten geklärt. Die Polizei verzeichnet hier eine Steigerung von 3.293 (2024) auf 4.026 in 2025. Geht es nach Mits, sei dieser Anstieg auch auf Präventionsarbeit zurückzuführen.

Betrüger halten Ermittler weiter auf Trab

Zudem macht Onlinebetrug weiterhin den Löwenanteil der Delikte aus. Nahezu die Hälfte der Straftaten entfalle darauf, hieß es am Donnerstag im Rahmen eines Hintergrundgesprächs. Insgesamt registrierte das Bundeskriminalamt 31.001 Fälle, was zwar einem Rückgang um 2,4 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht, jedoch sei Betrug dennoch weiterhin das zahlenmäßig häufigste Delikt.

Mits hob vor allem komplexe Formen des Investitionsbetruges hervor – speziell den Cyber-Trading-Fraud. Die Schadenssumme lag 2025 bei rund 120 Millionen Euro.

Hier setze sich auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Erstellung von betrügerischem Content sowie von Deepfakes sowie zur Automatisierung und Professionalisierung komplexer Betrugsmodelle fort.

Auch Deepfakes für gefälschte Nacktaufnahmen im Trend

KI sowie Deepfakes seien jedoch auch im Bereich des Cybermobbings eine wachsende Herausforderung für die Ermittler. “Wir sehen einen Anstieg im Bereich des Cybermobbings mit diesen Deepfake-Nacktaufnahmen”, erklärte Martin Grasel, Ermittlungsleiter im C4, auf APA-Nachfrage. Zunahmen verzeichnen die Kriminalisten auch bei Cybercrime im erweiterten Sinn wie Suchtmittelhandel über das Internet oder Gefährlicher Drohung im virtuellen Raum.

Bei Erpressungen sieht die Polizei hingegen einen klaren Rückgang um 18,8 Prozent auf 2.380 Fälle. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote um 1,8 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent. Neben Massenerpressungsmails wie im Falle von Swatting spiele insbesondere Sextortion im Internet eine wesentliche Rolle. Hier gebe es kein spezifisches Klientel: “Es sind alle Gruppen gleichermaßen betroffen: Vom Arzt über den Priester bis hin zum Architekten”, sagte Mits. Organisierte Tätergruppen seien in diesem Deliktsfeld auch weiterhin überregional und international aktiv.