Der illegale Zigarettenmarkt wächst in Österreich

Immer öfter wird in Österreich zu geschmuggelten, nicht versteuerten oder gefälschten Zigaretten gegriffen: Im Vorjahr wurden hierzulande rund 600 Mio. Stück, also 20 Millionen Packungen, an nicht versteuerten oder gefälschten Zigaretten konsumiert. Dem Staat entgingen dadurch Steuereinnahmen von 128 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor waren es 115 Mio. Euro, auf die der Fiskus verzichten musste. Damit liegt Österreich im europaweiten Trend, geht aus einer Studie von KPMG hervor.
Dabei kann sich Österreich noch glücklich schätzen: Hier ist der Anteil der illegalen Tschick von 4 Prozent im Jahr 2024 auf 4,8 Prozent im Vorjahr gestiegen. Im europaweiten Schnitt wurden im Jahr Vorjahr 55,3 Milliarden irreguläre Zigaretten (2024: 52,2 Mrd.) konsumiert, das entspricht 11 Prozent (2024: 10 Prozent) des Gesamtmarkts in 38 Ländern – also jeder 11. Zigarette. In EU-27 sind es 41,8 Milliarden irreguläre Zigaretten mit 10,3 Prozent Anteil am Gesamtmarkt und rund 16,7 Mrd. Euro an Steuerverlust.
Ging der Anteil der gefälschten oder geschmuggelten Zigaretten in Österreich in den Vorjahren leicht zurück oder stagnierte, so sorgte die Erhöhung der Tabaksteuer im Vorjahr für den Anstieg, geht aus der von Philip Morris in Auftrag gegebenen Studie hervor. Höhere Preise oder Restriktionen würden den Konsum geschmuggelter oder gefälschter Zigaretten begünstigen. Dies zeige sich vor allem in Frankreich.
In Frankreich rund 41 Prozent Marktanteil
Im Vorjahr lag der Marktanteil der geschmuggelten oder gefälschten Zigaretten in Frankreich bei 41 Prozent – damit stieg deren Anteil innerhalb eines Jahres um 2 Prozentpunkte. In Irland entfielen 35 Prozent des Gesamtmarktes auf illegale Zigaretten, in Großbritannien waren es 32 Prozent und in den Niederlanden 22 Prozent. In den meisten Ländern stieg der Marktanteil der gefälschten oder geschmuggelten Zigaretten innerhalb eines Jahres deutlich.
Einen anderen Weg schlugen Ungarn und Griechenland ein: Ungarn reduzierte seinen Schwarzmarkt für Zigaretten um 3,3 Prozentpunkte auf rund 10 Prozent Marktanteil, Griechenland um 600 Millionen Stück oder 3,4 Prozentpunkte auf etwa 14 Prozent.
Geringe Einstiegshürde
Europa ist für Fälscher nicht nur ein guter Absatzmarkt, sondern entwickelte sich in den vergangenen Jahren auch zum Produktionsort: So wurden in Europa zuletzt 428 Millionen gefälschte Zigaretten bei Razzien sichergestellt. “Die Erlöse daraus fließen leider oft ungebremst in die organisierte Kriminalität”, merkte Marc Attinger, General Manager von Philip Morris Austria, dazu in einer Aussendung an. Selbst Österreich blieb von dieser Entwicklung nicht verschont: Bei einer Razzia in einer Lagerhalle im niederösterreichischen Industrieviertel stießen die Ermittler heuer auf 8 Millionen gefälschte Zigaretten.
Die Einstiegshürden sind laut Philip Morris gering: Die Produktionsmittel könnten im Internet bestellt werden. Und bereits um 200.000 Euro lassen sich entsprechende Anlagen aufbauen. Und nach zwei Wochen Produktion komme man bereits in die schwarzen Zahlen.
Aber auch die neuen Tabakprodukte sind für Fälscher lukrativ: Rund die Hälfte aller E-Zigaretten stammen in Österreich und EU-weit aus irregulären Quellen.