Deutschland leitet Verkehrsströme wegen Niedrigwassers um
Im Kampf gegen Lieferengpässe wegen des Extrem-Niedrigwassers an deutschen Wasserstraßen will Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) an diesem Mittwoch mit zuständigen Landespolitikern über weitere Gegenmaßnahmen beraten. Digital gesprochen werden solle etwa über den Umgang mit bestimmten Gütern, die nicht länger an den Häfen gelagert werden dürfen. “Da kann man Regelungen flexibilisieren”, sagte Bilger. Zuletzt durften Lkw öfter fahren.
Maßnahmen wie teilweise Aufhebungen von Lkw-Fahrverboten in einigen deutschen Bundesländern nach einer ersten Beratungsrunde vorigen Donnerstag goutierte der neue deutsche Verkehrsminister. Einige seien noch in Prüfung, andere bereits umgesetzt. Dabei gehe es um die zusätzlichen Kapazitäten auf der Schiene, aber eben auch auf der Straße mit der Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots sowie mit dem Aufschieben von Baustellen, die jetzt nicht zwingend erforderlich seien.
“Aber wir haben zum Beispiel auch im kombinierten Verkehr die Terminals, die von uns gefördert wurden, angewiesen, dass sie auch andere Güter aufnehmen sollen”, erläuterte Bilger am Montag in der norddeutschen Stadt Kiel. Über weitere Vorschläge seien alle politisch und behördlich Verantwortlichen im Austausch. “Wir versuchen, so viel wie möglich umzusetzen, um jetzt für Entlastung zu sorgen.” Man habe kurzfristig “doch einige Möglichkeiten, um hoffentlich gut über diese schwierigen Wochen im August zu kommen”, so der Minister weiter.
Die wegen des Rhein-Niedrigwassers befristete Aufhebung des Lkw-Fahrverbots an Sonntagen hat unterdessen umgehend zu mehr Lkw-Verkehr auf den deutschen Autobahnen geführt. “Größere zusätzliche Staus blieben aber aus”, erklärte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer in Düsseldorf. Die befristete Maßnahme sei “notwendig, um trotz des extremen Niedrigwassers am Rhein die Versorgung der Wirtschaft und wichtige Lieferketten zu sichern”.
Rhein, Donau
Vor allem Europas größte Wasserstraße, der Rhein, ist betroffen. Aber auch die Donau führt Niedrigwasser. Das führte zuletzt auch in Österreich zu diversen Problemen und Ausfällen von Lieferungen übers Wasser, die etwa über die Schiene oder die Straße kompensiert werden. Das führt zu höheren Kosten. In Ungarn und Rumänien führte das fehlende Donauwasser zuletzt zu einer Minderproduktion von Atomkraftwerken, da Kühlwasser fehlte.