Deutschland: Unions-Fraktionschef Spahn tritt zurück
Der Fraktionschef der deutschen Unionsparteien CDU/CSU Jens Spahn hat seinen Rücktritt erklärt. In einem Schreiben an die Fraktion, das der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag vorlag, teilte er mit: “Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete.”
Zuvor hatte es vermehrt Rücktrittsforderungen aus der CDU gegeben, weil Spahn mit seinem Mann ein Kind mithilfe einer Leihmutter in den USA bekommen hatte. In Deutschland ist eine Leihmutterschaft verboten, die CDU lehnt sie zudem ausdrücklich ab. Schließlich legte auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Funktion als CDU-Chef Spahn den Rücktritt nahe, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Parteivorsitzenden erfuhr.
Nicht mit politischem Amt vereinbar
Ihm sei in den vergangenen Tagen bewusst geworden, dass sein persönliches Glück, gemeinsam mit seinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar mit seinem politischen Amt sei, schrieb Spahn. “Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte.”
Die “zunehmende Unerbittlichkeit” in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht. “Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben”, mahnte der CDU-Politiker. Denn dies zeichne christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus. “Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste”, betonte Spahn. “Ich danke Euch allen für die gemeinsame Arbeit in den letzten 14 Monaten und wünsche Euch alles Gute”, schrieb er an seine Bundestagsfraktion.