Donaubühne: “Da Danzer”, voll weiblich interpretiert
Am 7. Oktober würde Georg Danzer 80 Jahre alt werden – wenn der Liedermacher nicht 2007 einem Krebsleiden erlegen wäre. Grund genug, die Austropop-Legende in diversen Tribut-Konzerten zu würdigen. Ein spezielles fand am Freitagabend auf der Donaubühne Tulln statt – denn ausschließlich Sängerinnen widmeten sich dem musikalischen Andenken an den viel zu früh Verstorbenen, u. a. Birgit Denk, Anna Buchegger, Monika Ballwein, Ina Regen, Ankathie Koi, Kathi Strasser und Maria Bill.
Und so war es ein bunter Abend von manchmal interessanten Neuinterpretationen von Danzer-Klassikern und erfreulicherweise auch weniger bekannten, gleichwohl starken Liedern des Gewürdigten. Birgit Denk, die den Abend auch moderierte, meinte, man wolle beweisen, dass Danzer-Lieder auch von Frauen überzeugend gesungen werden können. Das ist streckenweise gut gelungen, vor allem durch Anna Buchegger (“Erstickter Schrei”), Monika Ballwein (“Frieden”) und Ina Regen (“Die Freiheit” im Duett mit Ballwein). Und gerade diese Songs machten auch deutlich, wie kritisch und immer noch gültig – wenn nicht sogar wieder brandaktuell – manche Danzer-Werke sind; und wie berührend Lieder wie “In Deine Oam” (Monika Ballwein) sein können.
Die zahlreich erschienenen Danzer-Fans wurden aber auch mit sehr “anderen” Interpretationen konfrontiert – was ja grundsätzlich gar nicht schlecht sein muss: So fetzte die gewagt gekleidete Ankathie Koi durch den Anti-Nazi-Song “Wessely” und bot eine erwartungsgemäß recht unwienerische Version von “Jö schau” im Reggae-Rhythmus. Kann man mögen, muss man aber nicht. Katharina Strasser präsentierte das explizite “Geh in Oasch” im Vamp-Modus, dafür “(Komm) Alter Pianospieler” – den Danzer seinerzeit für Marianne Mendt geschrieben hat – in einer sehr ordentlichen Swing-Version.
Auch wenn Maria Bill gegen Ende bei “Ruaf mi net an” leider emotional übertrieb und jede Danzer’sche Lässigkeit vermissen ließ: Alles in allem war das ein sehr toller und interessanter Abend. Das “Experiment”, Danzer-Lieder voll weiblich zu interpretieren, ist geglückt. Der Georg war ja auch gemeinsam mit Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich als “Austria 3” sehr erfolgreich – Monika Ballwein hat eine Damen-Version dieses Erfolgstrios angeregt, mit dem äußerst originellen Namen “Fraustria 3” – wohlan!
(Von Werner Müllner/APA)