Doskozil: Burgenlands Weg in Gesundheit von Studie bestätigt

05.08.2026 • 12:00 Uhr
Doskozil: Burgenlands Weg in Gesundheit von Studie bestätigt

Die Burgenländerinnen und Burgenländer stellen der Gesundheitsversorgung im Land laut einer Studie ein gutes Zeugnis aus. Für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bestätigt das Ergebnis den eingeschlagenen Weg in der Gesundheitspolitik. Gesundheit sei keine Frage des Wohnortes und dürfe auch nicht von den finanziellen Möglichkeiten abhängen, betonte er am Mittwoch bei der Studienpräsentation in der Klinik Oberwart.

Doskozil warnte dabei einmal mehr vor einer Zentralisierung im Gesundheitswesen, dies sei “der falsche Weg”. Die “Weiterentwicklung” in Richtung Primärversorgungseinheiten bedeute Privatisierung: “Das ist ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht der Patienten.” PVE würden Privatisierung bedeuten und eingeschränkte Öffnungszeiten: “Damit kann man keine Spitalsstandorte kompensieren”, betonte der Landeshauptmann.

Entscheidung über Ausgestaltung der Medizinuni im Herbst

Dass sich Bundespolitiker gegen die neue Herzchirurgie im Krankenhaus Oberwart aussprechen, kann Doskozil nicht nachvollziehen. Angesichts monatelanger Wartezeiten auf entsprechende Operationen müsse man handeln. Er betonte weiters: “Die Herzchirurgie wird es noch geben, wenn es die Verantwortlichen im Bund nicht mehr gibt.”

Was die geplante Medizinuni im Burgenland betrifft, werden momentan mehrere Varianten geprüft. Denkbar sei etwa eine Partnerschaft mit einer bestehenden Universität und einem Standort im Burgenland oder eine eigenständige Uni im Land. Im Herbst soll dazu eine Entscheidung fallen, so Doskozil.

Filzmaier: “Hohes Vertrauen ins Gesundheitssystem”

Das Institut für Strategieanalysen von Peter Filzmaier führte die Studie in Kooperation mit Triple M Matzka Markt und Meinungsforschung durch. Befragt wurden im Herbst 2025 rund 1.000 Burgenländer sowie 500 Österreicher für Vergleichswerte. “Die Burgenländerinnen und Burgenländer beurteilen nicht nur die aktuelle Gesundheitsversorgung positiv, sondern blicken auch wesentlich optimistischer in die Zukunft. Das spricht für ein hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem des Landes”, erklärte Filzmaier. Über drei Viertel der Befragten (77 Prozent) zeigten sich mit der Gesundheitsversorgung zufrieden. Während österreichweit 45 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen, seien es im Burgenland nur 29 Prozent.

Untersucht wurde unter anderem auch, warum Menschen statt eines Hausarztes die Ambulanz aufsuchen. Ausschlaggebend hierfür seien vor allem die Wartezeiten und die Öffnungszeiten, erklärte Meinungsforscherin Christine Matzka. Die Zufriedenheit mit einer stationären Behandlung war groß, acht von zehn Befragten beurteilten die Behandlung in einem burgenländischen Spital “sehr gut” oder “eher gut”.

Gesundheit Burgenland-CEO Florian Schlechtleitner ist seit knapp 100 Tagen im neuen Job und kündigte an, die Gesundheitsoffensive “konsequent weiterzuentwickeln”. Die Studienergebnisse seien sehr positiv, man werde sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen.