Dritte Runde der Eisenbahner-KV-Verhandlungen begonnen

04.11.2026 • 11:12 Uhr

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 55.000 Beschäftigten bei den österreichischen Eisenbahnen sind am Mittwochvormittag in die dritte Runde gegangen. Nach Angaben der Gewerkschaft vida werden dabei die Ergebnisse der Arbeitsgruppen erörtert, die seit der letzten Runde vor zwei Wochen zu zentralen Streitpunkten wie Arbeitszeit und Teuerungsausgleich beraten haben. Ob sich die Gespräche nun einem Abschluss nähern, werde sich im Laufe des Tages zeigen, hieß es.

Die für die Verhandlungen maßgebliche rollierende Inflation lag für den Zeitraum Oktober 2025 bis September 2026 bei 3,26 Prozent. Neben der Abgeltung der Teuerung verlangt vida eine Angleichung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden in allen Bahnbetrieben sowie eine Attraktivierung der Berufe. Die Arbeitgeber verwiesen hingegen auf die organisatorischen und finanziellen Belastungen durch Arbeitszeitverkürzungen und forderten im Gegenzug mehr betriebliche Flexibilität.

KV-Verhandlungsleiter der vida, Gerhard Tauchner, erklärte nach den Gesprächen vor zwei Wochen, in der dritten Runde einen entscheidenden Schritt Richtung Abschluss machen zu wollen. Auch Arbeitgeber-Verhandlungsleiter Thomas Scheiber vom Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer (WKÖ) betonte die konstruktive Gesprächsbasis.

Bahn-KV heuer besonders im Fokus

Die zweite Runde am 21. Oktober war ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Einzig bei den Lehrlingsregelungen gab es eine erste Einigung: Bei Dienstverhinderungen von Lehrlingen verständigten sich die Parteien darauf, künftig dieselben Bestimmungen wie für die übrigen Beschäftigten anzuwenden.

Die Eisenbahner-Verhandlungen stehen heuer stärker im Blickpunkt, da die Metallbranche nach einem zweijährigen Abschluss im Vorjahr im Herbst nicht verhandelt. Nach Angaben der Arbeitgeber belasten zudem die gestiegenen Strom- und Energiepreise die Betriebe.

AK: Eisenbahn auf “Wachstumskurs”

Die Arbeiterkammer (AK) betonte zuletzt, die heimische Eisenbahn befinde sich auf “Wachstumskurs”. Eine Analyse der Bilanzen österreichischer Eisenbahnunternehmen für die Jahre 2022 bis 2025 mit insgesamt mehr als 35.000 Beschäftigten zeige, “hohe und gestiegene Leistungen, ein hohes Investitionsniveau und eine stabile Entwicklung beim Anteil des Personalaufwands an der Betriebsleistung”, teilte die AK Anfang der Woche mit. “Für eine Mobilitätswende zugunsten der Schiene ist die Verbesserung der Arbeitsplatzattraktivität zentral”, betonte Lukas Oberndorfer, Leiter der Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr der AK Wien, in der Aussendung.