E-Scooter in Wien aus dem Verkehr gezogen: Tempo 129 möglich

18.08.2026 • 12:43 Uhr
E-Scooter in Wien aus dem Verkehr gezogen: Tempo 129 möglich

Wenn ein Autofahrer in Wien auf der Südosttangente (A23) mit Tempo 129 gestoppt wird, ist er in aller Regel seinen Führerschein los. Tempo 129 schaffte auch ein E-Scooter auf der Donauinsel – zumindest, weil die Polizei den Rollentest aus Sicherheitsgründen abbrechen musste. Das Fahrzeug samt seinem Lenker stoppten die Beamtinnen und Beamten am vergangenen Samstag im Bereich des Wassersportzentrums nach einer Verfolgungsjagd.

Gegen 16.45 Uhr bemerkten die Polizistinnen und Polizisten zwei E-Scooter-Piloten, die deutlich zu schnell unterwegs waren. Laut Polizeisprecher Philipp Haßlinger wendeten die Lenker, als sie die Polizei sahen, und flüchteten mit bis zu 80 Stundenkilometern. Auf Passanten nahmen sie dabei keine Rücksicht. Mehrfach konnten sich diese nur durch Sprünge zur Seite in Sicherheit bringen. Ein Lenker beschleunigte weiter. Dadurch wurde der Scooter instabil, und der 20-Jährige stürzte beinahe. Dies gab den Beamten die Möglichkeit, ihn zu stoppen. Sein Mitraser entkam.

Lenker nicht fahrtauglich

Auf dem Rollentester wurde eine Höchstgeschwindigkeit von zumindest 129 km/h festgestellt, die das Gefährt fahren konnte. Vermutlich wäre es noch schneller gegangen. Fahrwerk, Räder und Bremsen waren aber nicht annähernd für solche Geschwindigkeiten ausgelegt. Der 20-Jährige war nicht fahrtauglich, wie ein Amtsarzt feststellte. Das war unter anderem auf dessen Übermüdung zurückzuführen. Es gab mehrfache Anzeigen gegen ihn sowie einen Bericht an die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Der Scooter wurde sichergestellt, nach seinem “Co-Piloten” wird gesucht.

Bei einem Schwerpunkt am Montag gegen E-Scooter-Lenker wurden 145 Organmandate von Beamten des uniformierten Fahrraddienstes ausgestellt und 99 Anzeigen erstattet. Bei Rollentests von E-Scootern wurden Geschwindigkeiten von bis zu 56 km/h festgestellt, so Haßlinger