Elektro-KV: Schwierige Verhandlungen gehen in die 5. Runde

28.05.2026 • 11:43 Uhr

Arbeitgeber und Gewerkschaften der Elektro- und Elektronikindustrie verhandeln am Donnerstagnachmittag in fünfter Runde über einen neuen Kollektivvertrag. Die Positionen lagen nach den letzten Gesprächen am 18. Mai noch weit auseinander. Die Gewerkschaft droht für den Fall eines Scheiterns der heutigen Gespräche mit Streiks. Sie fordert unter anderem 3,5 Prozent mehr Lohn oder Gehalt sowie höhere Zulagen für sehr belastende Arbeitszeiten.

Die Arbeitgeber – vertreten durch den Wirtschaftskammer-Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) – schlagen ein zweistufiges Modell mit sofortiger Erhöhung und möglicher Nachbesserung im Herbst vor, “sofern die Konjunkturprognose im Herbst dies zulässt”, wie sie nach der vierten Verhandlungsrunde mitteilten.

Streikfreigabe bereits erteilt

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA bezeichneten das Angebot als “respektlos”. Die Arbeitgeber hatten eine Lohn- und Gehaltserhöhungen um 1 Prozent angeboten, bei einer Teuerungsrate von 3,3 Prozent. Am Mittwoch hatte der Gewerkschaftsbund (ÖGB) vorsorglich eine Streikfreigabe erteilt. Die Branche beschäftigt rund 72.500 Menschen (Stand Ende 2024), davon unterliegen rund 60.000 dem Elektro-KV.

Die Arbeitnehmervertreter argumentieren ihre Forderungen mit einem Aufwärtstrend der Branche. “Wir sind mit Betrieben konfrontiert, die in den nächsten drei, vier Jahren die Auftragsbücher voll haben”, sagte der PRO-GE-Vorsitzende Reinhold Binder gegenüber den “Salzburger Nachrichten” (Donnerstagsausgabe). Für den FEEI handelt es sich hierbei “bis zu einem gewissen Grad um Wunschvorstellungen”, wie es nach dem letzten Verhandlungstermin hieß.