Erneuerbare könnten Russisches Gas für Strom ersetzen

11.05.2022 • 07:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zusätzliche erneuerbare Energie könnte in der EU bis 2023 die Produktion von Strom aus russischem Erdgas großteils ersetzen. Zu diesem Schluss kommt die IEA in einem aktuellen Bericht. Für Österreich gilt das allerdings nicht, der erwartete Zuwachs an Strom aus Erneuerbaren kann laut IEA-Erwartung nur die Hälfte des in Gaskraftwerken verheizten Gases ersetzen. Wie viel weniger Gas gebraucht wird, hängt aber auch vom Stromverbrauch und dem Ausstieg aus Kohle und Atomkraft ab.

EU-weit werden jährlich 100 bis 200 TWh Strom mit Gas aus Russland erzeugt, schätzt die Internationale Energieagentur in ihrem heute, Mittwoch, veröffentlichten Bericht zum Markt für alternative Energien. Die IEA geht zugleich davon aus, dass von 2021 bis 2023 in der EU die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen um 180 TWh gesteigert werden kann. Bleiben die Ausbautrends unverändert, könne Strom aus Wind und Photovoltaik also in der Stromproduktion die Abhängigkeit von Gas aus Russland weitgehend reduzieren.

Die IEA schätzt die Stromproduktion auf Basis von Gas in Österreich auf 8 TWh – der Ausbau der Erneuerbaren dürfte aber 2021 bis 2023 nur rund die Hälfte davon betragen.

Die IEA geht davon aus, dass in der EU im Vorjahr eine zusätzliche Kapazität von 36 Gigawatt für Strom aus erneuerbaren Energieträgern installiert wurde. Weltweit kamen 295 Gigawatt an Kapazitäten dazu, fast die Hälfte davon in China.