Erstmals Nester der Asiatischen Hornisse in Österreich

In Lustenau sind vergangenes Wochenende erstmals in Österreich zwei Nester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) entdeckt worden. Eines der Nester war sehr klein und unbewohnt; das zweite war bewohnt und wurde fachgerecht entfernt. Die eingeschleppte Art ist für Menschen im Normalfall nicht gefährlich, kann bei gehäuftem Auftreten jedoch Bienenvölker bedrohen. Das Land Vorarlberg rief Imker und Bevölkerung zur Mithilfe beim Schutz der Bienen auf.
Die Tiere, die sich im bewohnten Nest befunden hatten, wurden getötet. Bis zum Fund der beiden Nester, die sich in unmittelbarer Nähe zueinander befanden, war kein Nest Asiatischen Hornisse in Österreich nachgewiesen worden, es gab lediglich vor zwei Jahren eine Einzelsichtung einer jungen Königin in der Stadt Salzburg. Auch sie wurde getötet. Die Asiatische Hornisse ist nach EU-Verordnung als invasive gebietsfremde Art gelistet. Die EU-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, ihre Ausbreitung zu bekämpfen.
Keine besondere Gefahr für gesunde Menschen
Die Asiatische Hornisse, ursprünglich in Südostasien beheimatet, wurde 2004 nach Frankreich eingeschleppt und breitet sich seither in Europa aus. Obwohl ihr geräuschvoller Flug beunruhigend wirken kann, ist sie für gesunde Menschen ähnlich ungefährlich wie die heimische Hornisse (Vespa crabro); im Fall eines Stichs kann bei beiden Arten eine allergische Reaktion auftreten. Beide Arten verhalten sich jedoch weit entfernt vom Nest friedlich und greifen Menschen normalerweise nur bei Bedrohung an. Das Land warnt daher ausdrücklich davor, sich einem Nest zu nähern oder es zu entfernen, da die Tiere dieses aggressiv verteidigen.
Bedrohung für Bienen
Für Bienen jedoch kann die Asiatische Hornisse problematisch werden, weil sie bevorzugt Bienen, Wespen und Fliegen sowie Spinnen und Heuschrecken jagt, um ihre Brut zu versorgen. Heimkehrenden Bienen lauert sie im Schwebflug vor den Stöcken auf. Imker sollen daher laut Information des Landes den Flug ihrer Völker immer wieder etwa 20 Minuten lang beobachten.
Nicht fangen, sondern melden
Wenn es viele Asiatische Hornissen gibt, können Bienenvölker geschädigt oder sogar ausgelöscht werden. Verdachtsfälle sollten möglichst mit Foto oder Video an das Zentrale Velutina-Meldeportal () gemeldet werden. Fangen oder töten sollte man die Tiere nicht, da sie mit der geschützten Europäischen Hornisse verwechselt werden können.
Für die Suche nach Nestern stehen Experten des Imkerverbandes zur Verfügung. Je früher das Vorkommen der Asiatischen Hornisse erkannt und gemeldet wird, desto wirksamer lässt sich die weitere Ausbreitung eindämmen.
Asiatische Hornissenköniginnen bauen im Frühjahr ein kleines Nest ir, niedriger Lage – etwa in Hecken, unter Dvvorsprüngen oder in Schuppen. Diese Nester, zu denen auch die in Lustenau gefundenen gehörten, sind relativ gut auffindbar und leichter zu entfernen. Wächst das Volk, zieht es meist im Hochsommer in ein deutlich größeres Nest, das oft frei hängend hoch in Baumkronen sitzt und 1.500 bis 2.000 Tiere beherbergen kann. Solche schwer zu beseitigenden Nester werden oft erst im Herbst entdeckt, nachdem Drohnen und junge Königinnen bereits ausgeflogen und Folgenester im nächsten Frühjahr zu erwarten sind.