EU-Kommission prüft Porta-Übernahme durch XXXLutz
Die Europäische Kommission untersucht die Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelriesen XXXLutz wegen möglicher Verstöße gegen EU-Wettbewerbsrecht. Konkret stehen die Unternehmen im Verdacht, mit der Durchführung der Übernahme nicht abgewartet zu haben, bis eine Genehmigung dafür vorlag, teilten die Brüsseler Wettbewerbshüter Freitagabend mit.
Die geplante Transaktion zwischen XXXLutz und Porta wurde demnach Anfang Jänner 2025 öffentlich bekanntgegeben, bei der EU-Kommission bisher aber nicht förmlich angemeldet. “Nach vorläufiger Einschätzung der Kommission hat diese Transaktion eine EU-weite Bedeutung und wäre der Kommission zu melden”, heißt es in der Mitteilung. Dies wäre eine Zuwiderhandlung gegen die EU-Fusionskontrollverordnung.
Stillhalteverpflichtung nicht eingehalten?
Bis zur Freigabe dürfen die beteiligten Unternehmen laut EU-Regeln keine Maßnahmen ergreifen, die zu einem faktischen Kontrollwechsel führen – etwa die Abstimmung von Geschäftsabläufen oder den Austausch sensibler und wettbewerbsrelevanter Informationen. Der EU-Kommission lägen Hinweise vor, wonach XXXLutz und Porta möglicherweise gegen diese sogenannte Stillhalteverpflichtung verstoßen hätten, heißt es in der Mitteilung.
Sollten die Wettbewerbshüter einen Verstoß feststellen, könnten sie gegen die Unternehmen eine Strafe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Konzernumsatzes verhängen. Unabhängig von der nun eröffneten Untersuchung soll laut Brüsseler Behörde geklärt werden, ob die Übernahme grundsätzlich mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar ist.
Konzentration im Möbelhandel
Die deutsche Möbelindustrie sprach im vergangenen Jahr angesichts der geplanten Übernahme von einer “dramatischen Nachricht”. “Käme dieser Kauf zustande, würde sich die ohnehin schon hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter verschärfen und eine bedrohliche Größenordnung erreichen”, hieß es in einer Reaktion der Verbände der deutschen Möbelindustrie.
Die XXXLutz-Unternehmensgruppe, zu der auch Mömax und Poco gehören, ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler. Porta gibt es seit 1965. Damals wurde das erste Einrichtungshaus in der Nähe von Porta Westfalica errichtet.