Festnahmen nach Attentat auf russischen Künstler in Polen
Die polnische Staatsanwaltschaft hat den tödlichen Anschlag auf einen exilierten, russischen Künstler und Kritiker von Machthaber Wladimir Putin offiziell bestätigt. Zwei Männer aus Belarus seien festgenommen worden, erklärte die Behörde im ostpolnischen Verwaltungsbezirk Lublin am Dienstag. “Die Beteiligung dieser beiden Männer und ihr Zusammenhang mit diesem Vorfall werden derzeit untersucht”, sagte Sprecher Marcin Kozak nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP.
Es sei aber noch keine Anklage erhoben worden. Der 44-jährige Künstler mit dem Pseudonym Semjon Skrepezki war am Montag in der Kleinstadt Biala Podlaska niedergeschossen worden. Als er am Boden lag, gab der bisher unbekannte Schütze “aus nächster Nähe zwei weitere Schüsse ab”, wie Kozak sagte. Über das Opfer des Anschlags sagte er: “Er war künstlerisch tätig und äußerte dabei Kritik an den aktuellen Handlungen und Maßnahmen der Behörden der Russischen Föderation.”
Skrepezki hatte sich mit Spottzeichnungen über Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht. Er machte sich über den Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, lustig, aber auch über russische Oppositionelle. Seit 2021 lebte er in Polen. Mit einer Stalin-Karikatur demonstrierte Skrepezki am vergangenen Freitag, dem Nationalfeiertag Russlands, vor der russischen Botschaft in Berlin, wie die unabhängige russische Internetplattform “Sota” berichtete.
Warnung vor Anschlägen auf russische Regimegegner
Sicherheitsbehörden in mehreren europäischen Ländern haben vor möglichen Anschlägen auf russische Regierungsgegner im Exil gewarnt oder solche Attentate verhindert. In Spanien wurde 2024 ein russischer Militärpilot erschossen, der sich mit seinem Helikopter im Jahr zuvor in die Ukraine abgesetzt hatte.