Figurentheater-Gründerin Traude Apel-Kossatz gestorben

19.06.2026 • 11:57 Uhr
Figurentheater-Gründerin Traude Apel-Kossatz gestorben

Traude Apel-Kossatz, Gründerin des Figurentheaters Lilarum, ist 86-jährig in Wien gestorben. Das gab ihr Theater am Freitag bekannt. Sie habe stets ein Gesamtkunstwerk geschaffen, hieß es: “Sie entwarf und baute die Figuren selbst, gestaltete Bühne und Licht, bearbeitete die Texte, führte Regie. Ihre Figuren – aus Schaumstoff und Stoff, Draht und Holz gefertigt – haben einen unverwechselbaren Stil: klar, farbenfroh, ohne Überflüssigkeit, aber mit großem Charakter.”

Zum Puppentheater kam die 27. Juli 1939 in Wien geborene Theaterfrau über Umwege. Zunächst absolvierte sie eine Uhrmacherlehre – und lernte dabei, wie sie selbst sagte, Präzision und die Verantwortung für das eigene Werk. Nach Malunterricht und Aquarellausstellungen weckten Begegnungen mit Puppenspielerinnen und Bühnenbildnerinnen in den 1970er-Jahren ihr Interesse am Theater. 1980 gründete sie die Wanderbühne Lilarum. 1984 eröffnete sie in Wien-Penzing ihr erstes festes Theater.

Seit 1997 spielt das Lilarum in einem 1907 für den Katholischen Arbeiterverein Landstraße errichteten, nach dem Zweiten Weltkrieg als Tanzlokal geführten und danach bis zur Wiederentdeckung durch Kossatz kulturell nicht mehr genützten Saal, in dem jährlich zwischen 30.000 und 40.000 Theaterbesucher begrüßt werden. Die Frage, warum hat sie sich einst auf die 3- und 4-Jährigen spezialisiert habe, beantwortete Kossatz in einem APA-Interview vor vier Jahren so: “Ich glaube, weil man den Kleinen in diesem Alter sehr leicht wehtun kann, weil sie sehr empfindlich sind. Das Sensible im Umgang mit ihnen hat mich gereizt.” Und so etablierte sich das Lilarum als erste Anlaufstelle für Eltern, die mit ihren Kindern schon im Vorschulalter ins Theater gehen wollen. “Mittlerweile kommen frühere Besucher und sagen, endlich können wir mit unseren Enkerln zu Ihnen kommen”, meinte damals die Theatergründerin. Am Donnerstag ist sie nun gestorben.