Frankreich feiert Nationalfeiertag mit größter Militärparade
24 Staats- und Regierungschefs haben am Dienstag in Paris die bisher größte Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli mitverfolgt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Spitzenvertreter der Partnerländer in der Pro-Ukraine-Koalition eingeladen. Etwa 500 Soldaten aus den Ländern der sogenannten Koalition der Willigen, darunter auch 23 Gardesoldaten des Bundesheeres, marschierten bei der Parade auf der Prachtstraße Champs-Elysées mit.
Die Kunstfliegerstaffel Patrouille de France eröffnete wie üblich die Militärparade mit einem Flug über die Champs-Elysées, bei dem sie blau-weiß-rote Rauchwolken am Himmel hinterließ, die französischen Nationalfarben. Die neun Alphajets wurden von zwei Mirage-Jets begleitet, in denen ukrainische Kopiloten saßen, die in Frankreich ausgebildet worden waren. Unter den Fußtruppen waren 25 ukrainische Soldaten der Präsidentengarde.
Auf der Ehrentribüne saß Macron neben seiner Frau Brigitte, umgeben von zahlreichen Staats- und Regierungschefs, unter ihnen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Keir Starmer, der polnische Regierungschef Donald Tusk, seine dänische Kollegin Mette Frederiksen sowie Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP).
Insgesamt marschierten rund 6.700 Teilnehmer zu Fuß mit, so viele wie nie zuvor. Auf dem Programm standen zudem 98 Flugzeuge, 31 Hubschrauber und 315 Fahrzeuge. Frankreich wolle auf diese Weise “die Wiederaufrüstung Frankreichs, seine strategische Autonomie und das strategische Erwachen Europas” würdigen, betonte der Elysée.
Letzter Nationalfeiertag für Macron als Präsident
Es ist zugleich für Macron der letzte Nationalfeiertag im Amt, im Frühjahr 2027 stehen Präsidentschaftswahlen in Frankreich an. Erstmals mussten sich Zuschauer zuvor anmelden, um einen QR-Code zu erhalten, der ihnen Zugang verschafft. Die Präsenz der zahlreichen Staats- und Regierungschefs spreche für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, erklärte der Staatsrat.
Am Vortag hatten etwa zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs der Ukraine-Unterstützerkoalition, darunter Bundeskanzler Stocker, sich bei einem Treffen in Paris auf eine weitere Unterstützung für Kiew verständigt. Macron gab bekannt, dass die Ukraine 16 französische Rafale-Kampfjets kaufen wolle. Die geplante internationale Schutztruppe soll in den kommenden Monaten erstmals gemeinsame Manöver in Nachbarländern der Ukraine unternehmen.