Frankreichs Premier Lecornu empfängt Schülervertreter

26.10.2026 • 02:43 Uhr
Frankreichs Premier Lecornu empfängt Schülervertreter

Inmitten anhaltender Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem empfängt Frankreichs Regierungschef Sébastien Lecornu nach Angaben seines Büros am Montag Schülervertreter. Bei dem Treffen in Paris würden auch Bildungsminister Édouard Geffray und der Minister für Hochschulbildung, Philippe Baptiste, zugegen sein, teilte Lecornus Büro zudem am Sonntagabend mit. Anschließend sei eine Pressekonferenz der beiden Bildungsminister geplant.

Frankreichs Schülerinnen und Schüler protestieren seit Wochen gegen Missstände an ihren Schulen. Die Proteste gerieten zuletzt zunehmend außer Kontrolle und werden zugleich politisch instrumentalisiert. Vertreter von Schülerorganisationen waren zuvor bereits mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zusammengetroffen. Danach hatten sie neue Proteste angekündigt.

Wieder Ausschreitungen am Wochenende

Am Wochenende waren erneut Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen – trotz Einschränkungen seitens der Behörden. Laut Innenminister Laurent Nuñez kam es wie am vorangegangenen Wochenende erneut zu Ausschreitungen. Mehr als 1.300 Menschen wurden demnach festgenommen. Die Einsatzkräfte seien “mit einem extrem erhöhten Maß an Gewalt” von “Militanten der extremen Linken” konfrontiert gewesen, sagte Nuñez. Kritiker, darunter Eltern, Schüler und Menschenrechtsorganisationen, prangern auch Polizeigewalt an.

Die Behörden hatten in Vorbereitung auf das neue Protest-Wochenende strenge Auflagen erlassen und viele Kundgebungen verboten. Außerdem war ein Großaufgebot von etwa 70.000 Sicherheitskräften im Einsatz. Die französische Regierung reagierte damit auf die massiven Ausschreitungen, zu denen es am Wochenende zuvor gekommen war. Nicht nur Geschäfte wurden dabei geplündert, sondern auch Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt.