Fünf junge Orang-Utans ohne Muttertier in Indien gefunden

Fünf mutmaßlich nach Indien geschmuggelte und ohne ihre Mutter aufgefundene Orang-Utan-Jungtiere sollen nach Indonesien gebracht werden. Das Forstministerium in Jakarta habe in dem Fall Kontakt zur Regierung in Neu-Delhi aufgenommen, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag. Zudem seien Tierschutzorganisationen für die Betreuung der fünf jungen Menschenaffen angefragt worden. Ihr Alter wird auf etwa eineinhalb Jahre geschätzt.
Fachleuten zufolge sind Jungtiere für gewöhnlich bis zum Alter von etwa sieben Jahren auf Muttermilch angewiesen. Die Jungtiere waren am Dienstag von Rangern in einem Waldgebiet im ostindischen Bundesstaat Odisha entdeckt worden. Laut dem Forstministerium waren die Affen in guter gesundheitlicher Verfassung. Sie wurden zunächst an einen Zoo übergeben. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, weil sie vermuten, dass die Tiere nach Indien geschmuggelt worden waren.
DNA-Tests geplant
In freier Wildbahn kommen Orang-Utans nur auf der indonesischen Insel Sumatra und auf Borneo vor. Erste Untersuchungen deuten laut dem indonesischen Forstministerium darauf hin, dass die fünf Jungtiere auf Sumatra geboren wurden. DNA-Tests sollen nun genauere Aufschlüsse geben.
Der internationale Naturschutzdachverband IUCN stuft Sumatra-Orang-Utans als vom Aussterben bedroht ein. Laut der jüngsten verfügbaren Schätzung von 2016 lag der Bestand bei gut 13.500 Tieren. Die Tiere sind menschlichen Eingriffen in ihren Lebensraum und durch Jagd bedroht. Auch der auf Sumatra heimische Tapanuli-Orang-Utan ist vom Aussterben bedroht.