G7 verurteilen Angriffe der Houthi-Miliz

22.09.2026 • 10:19 Uhr
G7 verurteilen Angriffe der Houthi-Miliz

Die G7-Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien hat das gewaltsame Vorgehen der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz gegen Saudi-Arabien und im Jemen verurteilt. Die Eskalation der Lage im Jemen sei eine “inakzeptable Bedrohung für die regionale Stabilität und Sicherheit, für die weltweite Energiesicherheit” sowie die Sicherheit im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der G7-Runde.

Ihr gehören Deutschland sowie Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA an. Die Houthi-Miliz hatte in der vergangenen Woche in einer Blitzoffensive die Westküste des Jemen eingenommen und sich damit Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer verschafft. Saudi-Arabien ist seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland geraten. Die Bedeutung der Meerenge Bab al-Mandab ist durch die Krise an der Straße von Hormuz noch gestiegen. Die Sorge vor einem weiteren Engpass für den internationalen Seehandel ist groß.

G7-Runde: Iran muss Unterstützung der Houthi beenden 

Die G7-Staaten riefen die Houthi auf, sämtliche Angriffe, anderweitigen Militäraktionen und Drohungen gegen die zivile Schifffahrt “sofort einzustellen”. Der Iran wurde zudem aufgefordert, der Miliz keine Waffen mehr zu liefern und sie auch sonst nicht zu unterstützen. Zugleich sprach die G7-Runde der international anerkannten Regierung des Jemen und Saudi-Arabien die “volle Solidarität” aus. Zuvor hatte bereits der UNO-Sicherheitsrat die Angriffe der Houthi-Miliz auf Saudi-Arabien verurteilt. 

Die Houthi-Miliz hatte den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa 2014 überrannt und kontrolliert dort inzwischen große Gebiete. Saudi-Arabien bekämpft die Miliz seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung und führt dazu ein Militärbündnis im Jemen an.

Kreise: Frankreich erwägt Beteiligung an Sicherung saudi-arabischer Energieinfrastruktur

Indes erwägt Frankreich laut Diplomatenkreisen eine Beteiligung an der Sicherung der von den pro-iranischen Houthis angegriffenen Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien. Frankreich stehe “bereit, im Rahmen eines rein defensiven Ansatzes zur Sicherung der saudi-arabischen Energieinfrastruktur in Janbu und entlang der Ost-West-Pipeline beizutragen”, hieß es am Montag (Ortszeit) aus französischen Diplomatenkreisen. Dies umfasse jedoch “in keiner Weise eine Beteiligung am Konflikt mit den Houthis”.

Auch Großbritannien zur militärischen Unterstützung bereit

Auch Großbritanniens Premierminister Andy Burnham erklärte sich Medienberichten vom Montag zufolge bereit, Saudi-Arabien militärisch gegen die Houthi-Angriffe zu unterstützen. Es handle sich dabei um eine “defensive” Hilfe, sagte Burnham Journalisten auf dem Weg zur UNO-Generalversammlung in New York. Britische Flugzeuge würden demnach saudi-arabische Kampfjets bei der Übergabe von Treibstoff in der Luft unterstützen.

Burnham begründete die Zusage zu dem Ansuchen mit der “Sicherung der Interessen Großbritanniens und der gesamten Region”. Saudi-Arabien sei diesen Angriffen ausgesetzt und müsse “mit möglichen weiteren Unterbrechungen rechnen”. Er fügte hinzu: “Wir müssen diese Versorgungswege offen halten”.

Die britische Mission wird sich einem Bericht der Nachrichtenagentur PA zufolge darauf beschränken, saudi-arabische Flugzeuge bei der Verteidigung des Landes gegen Angriffe durch Drohnen und Raketen zu unterstützen. An Luftangriffen gegen die Houthis beteiligt sich Großbritannien demnach nicht. Der Einsatz des Tankflugzeugs vom Typ Voyager soll demnach mutmaßlich in wenigen Tagen beginnen.

Saudi-Arabien bat USA um Unterstützung gegen Houthis

Derweil erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag, dass der Vorsitzende des von Saudi-Arabien unterstützten Präsidialrates des Jemen, Rashad al-Alimi, US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einem Telefonat um Unterstützung gegen die Houthis ersucht habe. Trump habe jedoch keine militärische Unterstützung zugesagt, hieß es aus dem Umfeld von al-Alimis Büro.

US-Medien hatten Mitte September berichtet, dass Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher, Kronprinz Mohammed bin Salman, Trump vergeblich aufgefordert habe, Angriffe gegen die Houthis anzuordnen.