Gaspreis binnen zwei Wochen um 40 Prozent gestiegen

Der Preis für europäisches Erdgas hat den Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt und ist erstmals seit einem halben Jahr über die Marke von 40 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen. An der Börse in Amsterdam wurde der richtungsweisende Terminkontrakt TTF für europäisches Erdgas zur Auslieferung in einem Monat zum Handelsauftakt bei 41,91 Euro je Megawattstunde gehandelt. Das ist der höchste Preis seit dem vergangenen Juni.
Seit fast zwei Wochen geht es mit dem Gaspreis stark nach oben. In dieser Zeit hat sich europäisches Erdgas um etwa 40 Prozent verteuert. Preistreiber sind niedrige Temperaturen in Teilen Europas mit einem höheren Gasverbrauch, der auf vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher trifft. Zuletzt ist auch der Gaspreis in den USA wegen der kalten Witterung deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit 2022 erreicht, was die Notierungen am europäischen Markt in der Früh mit nach oben zog.
Gasspeicher in Österreich noch zu 52 Prozent gefüllt
In Österreich sind die Gasspeicher aktuell zu 52 Prozent gefüllt, nach 67 Prozent vor einem Jahr. Die Situation ist jener kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 nicht vergleichbar. Damals sank der Füllstand auf unter 13 Prozent, die panikartige Wiederbefüllung der Speicher und Russlands Drohungen vor weiteren Lieferkürzungen trieben den Gaspreis in der Folge massiv in die Höhe – auf über 300 Euro pro Megawattstunde im August 2022.
Neben der kalten Witterung wirken auch aktuell geopolitische Risiken immer wieder als Preistreiber im Handel mit Erdgas. Zuletzt hatte unter anderem die angespannte Lage im Iran die Sorge vor einem Übergreifen auf die gesamte Region geschürt. Außerdem wird am Markt weiter auf eine stärkere Nachfrage in China hingewiesen, dem weltweit größten Abnehmer von Flüssiggas. Dies wird ebenfalls als Anzeichen gesehen, dass der Wettbewerb schärfer werden könnte.