Gedenkort für ehemaliges KZ Gunskirchen

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) hat auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen einen Gedenkort realisiert. Er wird am 6. Oktober eröffnet, wie das MKÖ am Donnerstag mitteilte. Insgesamt waren an die 20.000 Menschen in Gunskirchen interniert, von den nur 8.500 Überlebenden starben etliche noch in den Wochen nach der Befreiung an Krankheiten und Entkräftung.
In den Traunauen zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach war im Dezember 1944 eines der größten Außenlager des KZ Mauthausen errichtet worden. Am 4. Mai 1945 befreiten US-Truppen das Lager. Während an den Standorten anderer ehemaliger Außenlager wie Gusen, Ebensee oder Melk eigene Lern- und Gedenkorte errichtet wurden, gab es in Gunskirchen bisher nur Denkmäler und Gedenktafeln an der Bundesstraße 1 und beim ehemaligen Lagereingang.
Glasstelen und Online-Rundgang
Nun soll ein angemessener Gedenkort entstehen. Errichtet wurden sechs Glasstelen, die die Geschichte “von damals bis heute” erzählen, so MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. Die Stationen widmen sich demnach den Themen “Der Weg nach Gunskirchen”, “Das Konzentrationslager”, “Die Hölle im Wald”, “Die Befreiung” und “Entwicklungen nach 1945”.
Neben Kurzinfos und Bildern auf den Stelen gibt es noch QR-Codes, mit denen die Besucherinnen und Besucher beispielsweise Zeitzeugenberichte abrufen können. Adele Neuhauser, Cornelius Obonya, Katharina Stemberger, Manuel Rubey, Konstanze Breitebner, Chris Pichler und Mercedes Echerer haben die Texte – unter Verzicht auf ein Honorar – aufgenommen. Zudem gibt es einen mehrsprachigen virtuellen Onlinerundgang.
Erst zum Teil finanziert
Zur Eröffnung werden unter anderem der KZ-Überlebende Avigdor Neumann und die Witwe des Holocaust-Überlebenden Daniel Chanoch, Rachel Chanoch, teilnehmen. Zudem werden der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, Charlotte Herman, erwartet.
“Der neue Gedenkort ist ein Meilenstein moderner Erinnerungskultur. Er macht weltweit sichtbar, was niemals vergessen werden darf: die grauenhaften NS-Verbrechen im KZ-Außenlager Gunskirchen. Sie warnen uns, Hass und Hetze wieder an die Macht kommen zu lassen”, betonte Mernyi. Das MKÖ hat die Kosten des Gedenkortes erst zum Teil finanzieren können und ersucht deshalb um Spenden.