Gemeinde-Entschädigung für Kärntner 380-kV-Leitung absehbar

Der neue SPÖ-Klubobmann im Kärntner Landtag, Luca Burgstaller, hat am Dienstag vor Journalisten eine Einigung mit der Bundesregierung zur Entschädigung von Gemeinden beim Ausbau der 380-kV-Leitung verkündet. Demnach sollen 98.000 Euro pro Kilometer bezahlt werden, zeigte sich Burgstaller zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. Festgeschrieben werden soll das im Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), für das es eine Zweidrittelmehrheit im Parlament braucht.
Die Austrian Power Grid (APG), die die Leitung unter Beteiligung der Kärnten Netz GmbH baut und die Entschädigung zahlen müsste, hatte immer wieder betont, dass man eine gesetzliche Grundlage für Entschädigungszahlungen brauche. Burgstaller sagte, der Betrag sei mit den Koalitionsparteien der Bundesregierung so vereinbart und aus Sicht des Landes Kärnten nicht mehr verhandelbar. Hochgerechnet auf das Projekt – aktuell wird der genaue Trassenverlauf geplant – sollen 17 Millionen Euro an die Gemeinden fließen: “Ein sehr, sehr gutes Ergebnis”, so Burgstaller. Man habe sich bei der Entschädigung an Salzburg orientiert, wo vor einigen Jahren 70.000 Euro pro Kilometer gezahlt wurden, und sei mit einer Forderung von 100.000 Euro pro Kilometer in die Verhandlungen gegangen.
Mit dem Bau der 192 Kilometer langen, neuen Trasse zwischen Lienz, Osttirol, und Obersielach in Kärnten soll die Lücke im 380-kV-Netz geschlossen werden. Die Kelag-Tochter Kärnten Netz ist bei dem Projekt dabei und verlegt über einen Großteil der Strecke eine 110-kV-Leitung mit. Die neuen Leitungen sollen spätestens im Jahr 2035 in Betrieb gehen und das Stromnetz in Österreich verbessern und stabiler machen.