Gespräche von Libanon und Israel in Rom geplant

Der Libanon wird an den für kommende Woche geplanten Gesprächen mit Israel in Rom teilnehmen. Das bestätigte ein Vertreter des Libanon, der anonym bleiben wollte, am Samstag, ohne nähere Angaben zu machen. Unterdessen beriet eine US-Militärdelegation in Beirut mit Vertretern der libanesischen Armee über die Umsetzung des Rückzugs israelischer Truppen aus einzelnen Gebieten im Süden des Libanon.
Die US-Militärdelegation sei eingetroffen und berate mit der libanesischen Armeeführung über “die Mechanismen für die Umsetzung der ersten Pilotzone, aus der sich die Israelis zurückziehen werden, um eine Stationierung der libanesischen Armee zu erlauben”, sagte ein libanesischer Militärvertreter. Das “Hauptziel” der US-Delegation sei die “Umsetzung des Rahmenabkommens”.
Israel und der Libanon hatten sich Ende Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Teil der Vereinbarung ist ein schrittweiser Rückzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Landes, wo die israelische Armee gegen die Hisbollah-Miliz kämpft. Zunächst soll das libanesische Militär dabei zwei kleine Gebiete von Israel übernehmen.
“Pilotzone” soll eingerichtet werden
Der Libanon hatte zunächst einen Rückzug Israels aus zwei Pilotzonen zur Bedingung für seine Teilnahme an den Gesprächen in Rom gemacht. Der US-Botschafter im Libanon, Michel Issa, hatte dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun am Donnerstag mitgeteilt, dass “in den kommenden Tagen eine US-Militärdelegation in Beirut eintrifft, um das Vorgehen für die Umsetzung vor Ort festzulegen”.
Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine erste “Pilotzone” solle in wenigen Tagen eingerichtet werden. “Weitere Pilotzonen befinden sich derzeit in der Planungs- und Ausarbeitungsphase.” Das für die Region zuständige US-Zentralkommando CENTCOM werde sich dabei mit den beiden Ländern abstimmen.
Das Rahmenabkommen sieht allerdings auch vor, dass der Libanon die Verantwortung für diese Zonen erst “nach einer erfolgreichen Entwaffnung nichtstaatlicher Gruppen” übertragen bekommen soll. Der Passus zielt auf die Hisbollah ab, die seit Jahren die Kontrolle über weite Teile im Süden des Libanon inne hat. Die vom Iran unterstützte Miliz lehnt die Verhandlungen der libanesischen Regierung mit Israel kategorisch ab.
Die israelische Armee hat wiederum ihrerseits angekündigt, in einer zehn Kilometer breiten “Sicherheitszone” im Libanon bleiben zu wollen, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist. Zuletzt hatte auch Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betont, dass sich Israel weiter gegen die Hisbollah verteidigen werde.
Gespräch sollen Mittwoch und Donnerstag stattfinden
Die geplanten Gespräche in Rom sollen am Mittwoch und Donnerstag stattfinden. Es wäre die sechste Runde direkter Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon. Die bisherigen Gespräche hatten unter Vermittlung der USA in Washington stattgefunden. Die Nachbarländer Israel und Libanon befinden sich seit 1948 im Kriegszustand.
Die Hisbollah hatte nach dem Beginn des Iran-Krieges vom Libanon aus Israel mit Raketen angegriffen. Israel reagierte darauf mit Angriffen im Libanon und einer Bodenoffensive.
Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) wurden durch den Krieg im Libanon mehr als eine Million Menschen vertrieben. Am Samstag teilte OCHA mit, 732.000 Menschen seien inzwischen in ihre Heimatorte zurückgekehrt. 430.000 Menschen seien nach wie vor vertrieben.