Giefing schwimmt über 200 m Kraul ins Langbahn-EM-Finale

13.08.2026 • 19:33 Uhr
Giefing schwimmt über 200 m Kraul ins Langbahn-EM-Finale

Der Burgenländer Christian Giefing steht über 200 m Kraul im Pariser Langbahn-EM-Finale. Der Burgenländer schwamm am Donnerstagabend im Semifinale auf den fünften Gesamtrang, in 1:45,47 Min. blieb er um 51 Hundertstel über seinem am Vormittag fixierten österreichischen Rekord. Im Vorlauf war der 18-jährige Giefing unter 84 Konkurrenten in 1:44,96 Min. klar Schnellster gewesen. Um die Medaillen geht es am Freitag um 18.36 Uhr (live ORF Sport +).

Giefing agierte für sein Alter äußerst souverän. Er ging gezielt auf den Laufsieg los, kontrollierte sein Semifinale dann auch von der Spitze weg und gewann mit 16 Hundertstel Vorsprung. Es war der langsamere Lauf, die großen Namen waren davor im ersten Lauf im Einsatz gewesen. “Es war daher am ersten 100er schwer, allein die Pace zu machen”, bezog sich der OSV-Athlet auf die Konstellation. “Aber es war die zweitbeste Zeit, die ich je geschwommen bin. Ich kann mich nicht beschweren. Ich habe sehr gut Erfahrung gesammelt und bin im Finale – ich habe also alles erreicht.”

Schnellster beider Läufe war der rumänische Titelverteidiger David Popovici in 1:44,56 vor dem deutschen 400-m-Olympiasieger Lukas Märtens (1:44,79), dem Briten James Guy (1:45,14) und dem Italiener Carlos D’Ambrosio (1:45,38). Giefing wird den Endlauf auf Bahn 7 bestreiten. “Es gibt auch Stars, die haben von der Randbahn gewonnen”, meinte er im APA-Gespräch mit einem Augenzwinkern. “Natürlich ist eine Medaille ein großer Traum, aber es wird schwierig. Ich hoffe, ich kann ein bisschen mit den Großen mitschwimmen und mit den Wellen mitsurfen. Ich bin guter Dinge.”

“Komplett tiefenentspannt zum Vorstart”

Vor dem Semifinale sei er “komplett tiefenentspannt” zum Vorstart gegangen, dort sei es recht lustig gewesen. “Jeder hat mit jedem geredet. Es war richtig spannend, bei einem richtigen Großevent in der allgemeinen Klasse erstmals dabei zu sein.” Er sei aber sicher, dass vor dem Finale die Aufregung noch kommen werde. “Wenn man neben den Stars steht, ist man ein bisschen nervös.”

Mit seinen beiden Donnerstag-Zeiten hat Giefing das Olympia-Limit für 2028 unterboten, Gültigkeit haben aber erst ab 1. März 2027 erbrachte Normerbringungen. Der Youngster muss seine Paris-Leistung dann also aber nur einigermaßen bestätigen, um bei den nächsten Sommerspielen dabei zu sein. “Ich bin gestern mit dem Gedanken schlafen gegangen, voll zu schwimmen”, hatte er nach dem Vorlauf gesagt. “Dass es 1:44 wird, habe ich nicht erwartet – auch nicht, wie ich geschwommen bin.” Giefing nannte es “ein unfassbares Gefühl, den Felix auf 200 m abzulösen.”

Der zurückgetretene Felix Auböck hatte den bis Donnerstag gültigen OSV-Rekord von 1:45,11 Min. am 26. Juni 2022 bei der Budapest-WM fixiert. Giefing hatte sich im Vorjahr über diese Distanz zum Junioren-Europameister gekürt, heuer holte er auf dieser Ebene Bronze über 400 m Kraul. Diese Strecke steht für ihn im Olympic Aquatic Centre am Sonntag auf dem Programm. Am Donnerstag war er auch in der OSV-Staffel über 4 x 100 m Kraul im Einsatz gewesen, die Verbesserung des OSV-Rekords um 2,20 Sekunden auf 3:15,83 Min. reichte nur zu Platz 13.

Staffel-Aufstieg halbe Sekunde entfernt

Allerdings fehlten Giefing, Lukas Edl, Viktor Kopf und Heiko Gigler lediglich 48 Hundertstel auf den Finaleinzug. Giefing war Schnellster des OSV-Quartetts, Parade-Schlussschwimmer Heiko Gigler um rund 0,3 Sek. langsamer. Das verspricht bei der Aufstellung der Lagen-Staffel Spannung. “Eine halbe Sekunde am Finale vorbei – das tut schon ein bisschen weh”, resümierte Gigler. “Ein bisschen verantwortlich fühle ich mich schon.” Der Kärntner hatte der Lagen-Staffel vor zwei Jahren in Belgrad mit zwei fulminanten Schlusslängen Gold ermöglicht.

Edl war davor im Rückensprint im Einsatz gewesen. Da war der 19-Jährige in 25,29 OSV-Bester, schied als 33. aber ebenso aus wie Max Halbeisen mit persönlicher Bestleistung von 25,36 (35.), Leon Opatril in 25,58 (49.) und Bernhard Reitshammer in 25,83 (55.). Für Iris Julia Berger setzten sich die für sie enttäuschenden Leistungen fort, in 59,44 Sek. wurde sie über 100 m Delfin 26.: “Der Wurm ist drinnen. Ich kann nicht sagen, warum.” Die 21-Jährige blieb 0,92 Sek. über ihrem OSV-Rekord.